Von Augsburg nach Rom

Füssen - Imst

Etappe 3: 75 km

Am Lech
Am Lech

Wir erwachten zeitig, frühstückten ansprechend und bedauerten, dass wir Kaffee tranken. Um 9 Uhr radelten wir durch die Reichenstraße zur Lechbrücke hinab, folgten dem Lech nach Osten und kurze Zeit später, wir hatten die Grenze zu Österreich passiert, in Richtung Süden, um kurz vor Unterpinswang auf das Ostufer des Flusses zu wechseln. Auf gut beschilderten und ausgebauten Wegen radelten wir nach Reutte im Tiroler Lechtal. Links und rechts türmte sich eindrucksvoll die Berglandschaft auf. Es ging kontinuierlich höher in Richtung Fernpass.

Am anstrengendsten war der Aufstieg zur imposanten Burg Ehrenberg. Mit unseren bepackten Rädern ließ sich der steile Schotterweg nicht bewältigen, Schieben war angesagt. Schweißüberströmt erreichten wir das Burgplateau und blickten noch weiter hinauf zur schwindelerregend hohen Hängeseilbrücke, die die Ruine Ehrenberg mit dem Fort Claudia verbindet. Schon vom Hinaufschauen zitterten die Knie. Weiter ging es über eine steile Zufahrt auf gut befahrbare Waldwege. Immer mal wieder fuhren wir für kurze Zeit auf asphaltierten Wegen parallel zur Fernpassstraße, also hoch.

Hängeseilbrücke Ehrenberg
Hängeseilbrücke Ehrenberg

Nicht immer war die Beschilderung eindeutig zu nennen. So landeten wir einmal an einem abgesperrten Pfad, dem wir bis zu einer Liftstation folgen mussten, weil ein Straßenschild missverständlich informierte. Ein überaus höflicher Junge, der mit einem Hovawart spazieren ging, half uns aus der Bredouille. In Bichlbach machten wir eine Pause und erfrischten uns mit Orangensaft und Eis.

Nach der Pause erreichten wir gegen Mittag das schöne Lermoos, zwischen den Lechtaler Alpen, den Ammergauer Alpen und dem Wettersteingebirge gelegen. Kurze Zeit an der Loisach entlang fahrend fragten wir einen Co-Radler nach dem Weg. Er erklärte uns, dass der Fernpass hinter uns läge. Ja Pustekuchen, denn an einer Baustelle vorbei - die Bauarbeiter erlaubten uns, statt eine längere Umleitung zu fahren, die Räder haarscharf am Bagger vorbei zu bugsieren, und luden Ute zum Verweilen ein - mussten wir Richtung Biberwier und angesichts der Zugspitze und manch anderer pittoresker Berge immer höher hinauf, leider meist abermals auf geschotterten Wegen, auf denen wir immer mal wieder absteigen mussten, weil die Räder „schwammen” oder wir außer Atem waren.

So kletterten wir bis auf rund 1.270 m Höhe, womit wir auf den Fernpass sogar hinuntersehen konnten. Zu guter Letzt führte uns der Weg einen steilen, rutschigen Schotterabstieg hinab auf die asphaltierte Fernpassstraße, und eine herrliche Abfahrt begann. Ein Kaffee an einer Tankstelle, dann ging es weiter hinab, sehr schön.

Fernpass
Fernpass in Reichweite

Mehrer Waldwege führten uns schließlich ins Oberinntal nach Imst - der 2.774 m hohe Muttekopf ist Imsts Hausberg -, wo wir uns mit müden Beinen im Dörfchen Brennbichl im Gasthaus Neuner einfanden. Der Fernpass war geschafft.

Als Begrüßungstrunk gönnten wir uns ein Tiroler Bier, stellten die Räder in einer Garage ab, neben der ein möglicherweise liebeskrankes Rindvieh pausenlos und lauthals brüllte. Wir packten aus, wuschen, schrieben, duschten, buchten und beschlossen, nicht mehr ins etwa 1,5 km entfernte Zentrum zurückzufahren - es wäre aufwärts gegangen. Davon hatten wir heute genug. Stattdessen nahmen wir auf der von Menschen und Fliegen gut besuchten Terrasse Platz, tranken Bier und verspeisten Salat, Pommes und Wiener Schmitzel. Das Essen war gut. Die Betten waren übrigens recht niedrig, was den Vorteil hatte, dass keine blutigen Wunden entstanden wären, wäre einer von uns hinausgefallen.

Übernachtung

  • Gasthof Neuner
    110,00 EUR mF

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