Von Augsburg nach Rom

Landsberg - Füssen

Etappe 2: 77,7 km

Allgäu
Weiter Blick im Allgäu

Morgens gab es ein „Schlemmerfrühstück”, so wurde es auf der Karte ausgewiesen, in der Bäckerei Lauterbach. Lauwarmer, wässriger Kaffee, Konfitüre und Käse frisch aus der Verpackung – das war dürftig und hatte nichts mit Schlemmen zu tun.

Als uns der Gastgeber beim Hinausschieben der Räder half, machte er uns auf einen Ölfleck aufmerksam, der sich unter Martins Hinterrad gebildet hatte. Tatsächlich war die Nabe leicht verschmiert, die Bremsscheibe allerdings blitzeblank. Das gab uns erst einmal Stoff zum Überlegen. An Utes Rad war nach der Tour durch Polen eine kostenlose Abdichtung der Nabe durch Rohloff selbst vorgenommen worden.

Wir erreichten nach einer Fahrt mit recht wenigen Hinweisschildern schließlich das baden-württembergische Denkingen, wo wir ein kleines zweites Frühstück im Dorfladen zu uns nahmen. Als wir weiterradelten, gab es überhaupt keine Hinweise mehr. Da wir dem Track nicht gefolgt waren, suchten wir eine gute Viertelstunde nach Weg und Richtung, bis wir endlich, endlich wieder einen Hinweis fanden. Durch eine schöne Wiesenlandschaft ging es stetig höher. Kein Wunder, denn wir durchquerten das Naturschutzgebiet Steilhalden und Flussauen des Lechs zwischen Kinsau und Hohenfurch. Die Alpen rückten näher, und der Lech verbreiterte sich stellenweise zu idyllischen Badeseen. Die Wege waren überwiegend in einem sehr guten Zustand, so dass wir beruhigt umherschauen konnten.

Je geringer die Distanz nach Füssen wurde, umso größer wurde die Zahl der Räder, insbesondere der E-Bikes. Die Landschaft hatte nun viel Ähnlichkeit mit dem Salzburger Land, saftige Wiesen, sanfte bis sportliche Anstiege und augenberuhigende weite Blicke.

Kurz vor 16 Uhr hatten wir das Central City Hotel in der Nähe des Luitpold-Denkmals gefunden.

Bei Bike-Rental kontrollierten wir den Reifendruck und pumpten von 2,5 auf 4 bar auf. Als freundliche Zugabe überließ man uns zwei Hütchen, so dass unsere französischen Ventile mit Kopfbedeckung die Alpenüberquerung starteten.

Nachdem es dem Hotel gelungen war, uns eine Handtuch-Garnitur zu besorgen, spazierten wir durch die belebte Reichenstraße, passierten den Stadtbrunnen und das Benediktinerkloster St. Mang, in dem heute das Rathaus untergebracht ist, und erreichten die Lechhalde, eine Brücke, über die morgen unser Weg führen würde. Zahlreiche Touristen aus aller Welt, sehr oft auf dem Rad, durchstreiften die Stadt. Im Herzl am Rathaus aßen wir Pizza als kulinarischen Vorgeschmack auf Italien und beobachteten die vielen E-Biker, die entspannt den kleinen Anstieg von der Lechbrücke in die Reichenstraße nahmen. Abschließend kauften wir für morgen ein: Wasser, Pfirsiche und saure Haribos. Es würde vermutlich anstrengend werden, und die Sauren versorgten uns mit Zucker.

Übernachtung

  • Hotel Central City
    119,40 EUR mF

Zurück