Von Augsburg nach Rom

Ostiglia - Bologna

Etappe 11: 89,8 km

La rossa
La rossa

Das Frühstück war annehmbar, wir waren die einzigen Gäste im Raum. Gestiefelt und gespornt schwangen wir uns auf die Räder, um die Durchquerung der Po-Ebene abzuschließen und den Apennin-Teil der Italien-Tour zu beginnen.

Die Etappe heute war mühsam, vorwiegend platt - die maximale Höhe betrug 50 m - und heiß. Kornfelder dominierten die Landschaft. Zunächst aber, die Irrwege lassen wir mal außer Acht, fuhren wir eine Zeitlang auf dem Po-Radweg und damit auf dem Po-Damm. Wir hatten den Eindruck, dass jeder Kilometer Richtung Süden eine Verschlechterung des Straßenzustandes mit sich brachte. Radler waren so gut wie gar nicht mehr unterwegs. Unser Wasserbedarf bei diesen Temperaturen war enorm, weil wir in kürzester Zeit alles ausschwitzten, was wir an Flüssigkeit zu uns nahmen.

An einer Tankstelle stärkten wir uns mit Wassereis. Der Ananassaft, den wir ebenfalls gekauft hatten, schmeckte so grauenhaft, dass wir einige Kilometer benötigten, um den Geschmack loszuwerden.

Etwa 15 km vor Bologna, der Hauptstadt der Region Emilia-Romagna, die nur 70 km von der Adria entfernt ist, fuhren wir endlich auf Straßen mit besserem Belag, auf denen zudem weniger Autoverkehr herrschte. In weiten Bögen näherten wir uns La Rossa, der roten Stadt, wie Bologna unter anderem genannt wird, und kündigten Mauro, unserem B&B-Wirt, die ungefähre Ankunft telefonisch an. So weit, so gut. Dann hatten wir aber doch erhebliche Schwierigkeiten, die schön gelegene Via Galliera zu finden. Schließlich, eher zufällig, gelang uns eine Punktlandung, als wir exakt vor dem Haus mit der Nummer 55 standen. Sekunden später begrüßte uns Mauro. Die Räder wurden im Keller verstaut, und wir erhielten vier verschiedene Schlüssel für all die Türen, die geöffnet und verschlossen werden mussten, um endlich das gebuchte Zimmer zu betreten.

Neptunbrunnen
Neptunbrunnen

Am Nachmittag, es war wohl gegen 15.30 Uhr, schlenderten wir durch die Arkaden der Via dell’Indipendenza, in denen unglaublich viel Betrieb war, dem Neptunbrunnen auf der Piazza Maggiore zu. Dort befindet sich auch die Hauptkirche von Bologna, die Basilika San Petronio, die fünftgrößte Kirche der Welt. Die Frauenkirche, die Marienkirche in Danzig und das wunderschöne Ulmer Münster, das wir aus dem Zugfenster noch einmal sehen konnten, passen vom Volumen her locker in die Basilika. Wachposten achteten darauf, dass Besucher sie nur schulterbedeckt betraten, so dass ein Umhang für einen Euro gekauft werden musste.

Wir spazierten hier- und dorthin, bummelten, tranken am Hauptplatz ein teures kühles Bier und machten uns dann auf die Suche nach einem Lokal. Nicht schön, dass Kellner sich als Animateure gerieren, wenn man nur auf die Karte schaut. In einem kleinen Lokal namens Sosta Emiliana aßen wir einen Salatteller der Region mit leckerem selbstgebackenen Brot und leerten dazu einen frischen und trockenen Prosecco. In diesem Viertel wuchsen die Lokale wie Pilze aus dem Boden.

Zum Schluss kauften wir in einem kleinen Supermarkt noch Wasser ein - der Durst hatte uns in seinen Fängen.

Übernachtung

  • R&B Centro di Bologna
    56,20 EUR oF

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