Von Augsburg nach Rom

Perugia - Assisi

Etappe 18: 24,3 km

Assisi
Wieder ein Hügel

Das Frühstück war gut. Für die heutige Mammuttour von gut 24 km konnten wir also ausreichend vorsorgen. Zunächst ging es wieder einmal vom Hügel aus hinunter. Schnell voran kamen wir allerdings nicht, da der Zustand der Straßen, vor allem als wir die Ebene erreicht hatten, einer mittleren Katastrophe ähnelte. Wir mussten die unmittelbar vor uns liegenden Meter genau scannen, um Risse, Löcher, Furchen und andere Hindernisse auszumachen, bevor wir meist ohnehin durchgerüttelt wurden. Der sonst willkommene Schatten erschwerte die Diagnose des Straßenbelags.

Als wir Perugia hinter uns gelassen hatten, fuhren wir auf der SS147, deren Belag etwas besser war. Assisi, seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählend, vermochten wir anhand der Stadtmauer und der Rocca Maggiore, in der bereits Friedrich II. als Kind gelebt haben soll - faszinierende Vorstellung -, schon aus der Ferne ausmachen. Ab dem Ortseingangsschild wurden die Straße erstklassig. Natürlich mussten wir klettern und oft absteigen, weil die vielen Besucher, nicht selten als Gruppen unterwegs, und die engen Gassen der mittelalterlichen Stadt das Radeln unmöglich machten.

Das Hotel Sole war mit der Assistenz eines Carabinieri schnell gefunden, und auf dem Weg durch die Porta San Francesco dorthin hatten wir sowohl Dutzende von Andenkenläden als auch einige Palazzi und die Kirche Santa Maria sopra Minerva an der zentralen Piazza del Comune passiert.

Im Hotel brachten wir die Räder im Zimmer unter, duschten und machten uns auf ins Gewimmel, um zunächst am zentralen Platz ein riesiges Eis mit Obst zu essen. Gestärkt gingen wir steil bergab zur mächtigen romanischen Kathedrale San Rufino. Wir hätten sie fast verfehlt, wäre da nicht eine große Gruppe osteuropäischer Herkunft gewesen, der wir nur zu folgen hatten. Das riesige dreigeteilte Gewölbe der Kathedrale ist L-förmig gebaut und in sehr schönen Erdfarben bemalt, die allerdings nicht zu den bunten Fenstern passen.

Geschlagener Ritter
Geschlagener Ritter

Auf der Rückseite befindet sich eine Statue, die Franz von Assisi - Assisi gehörte der Staufer-Partei an - bei der Rückkehr nach einem verlorenen Krieg gegen das welfische Perugia und anschließender Gefangennahme zeigt. Als geschlagener und gedemütigter Ritter dargestellt, vermittelt das bronzene Standbild, dass diese Rückkehr möglicherweise auch den Beginn eines Umkehrprozesses - vom Ritter zum Mönch - einleitete.

Auf zahlreichen kleinen und sehr ruhigen Straßen, alle penibel sauber, mit restaurierten Häusern kehrten wir ins Hotel zurück, in dem wir uns nach einer Einkaufsmöglichkeit erkundigten. Die beiden älteren Herren an der Rezeption wussten zu helfen, und so fanden wir nicht nur einen funktionstüchtigen Bankautomaten, sondern auch ein Lebensmittelgeschäft.

An der zentralen Piazza del Comune ließen wir uns ein kühles Bier schmecken. Das large one maß 0,4 l, was in Perugia noch ein Medium gewesen war. In Assisi galten eben andere Maßstäbe. Zu Abend aßen wir im Mangiar Divino Ravioli in Gorgonzolasoße und Grillteller sowie Melone und Schinken und Pizza. Der Orvieto dazu war so leicht und lecker, dass wir im Alimentari noch eine Flasche mit Eiswürfeln dazu kauften und im Zimmer zum beruhigenden Brummen des Ventilators leerten.

Übernachtung

  • Hotel Sole
    72,00 EUR mF

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