Von Augsburg nach Rom

Rivalta - Verona

Etappe 9: 45,3 km

Auf der Piazza Brà
Auf der Piazza Brà

Leckeres Frühstück, sogar Spiegeleier bekamen wir. Recht zeitig starteten wir, der Weg führte vornehmlich an einem Kanal oder der Etsch entlang. Häufig verlief der Track parallel zur Autostrada del Brennero, ohne dass es laut wurde. Etwa 10 km hinter Rivalta durchquerten wir auf verschlungenen, aber gut ausgewiesenen Wegen ein Waldgebiet mit hübschen Orten, schönen Aussichten und vielen Radlern, und es ging bis auf etwa 250 m hoch. Die Anstiege waren durchaus ambitioniert, und wir kamen gehörig ins Schwitzen.

Auch vor der Festung Wohlgemuth und Rivoli Veronese mussten wir etwas klettern. Die Etsch fließt hier durch die sogenannte Veroneser Klause, ein Engpass am Südende des Etschtals, der „in vielen Kriegen eine wichtige militärische Rolle gespielt” (Wikipedia) habe.

Links und rechts des Weges wurde es nun zusehends flacher, und rund 10 km vor Verona, dem Dietrichsbern aus Theoderichs Zeiten, schienen die Berge fast vollends verschwunden. An einer überdachten Raststation unterhielten wir uns längere Zeit mit einem Radlerpaar aus München über Reisen, Rohloff und Räder und fuhren anschließend recht unkompliziert in Verona ein. Deutlich schwieriger war es indessen, das B&B Magnolia zu finden.

Dort angekommen, stellten wir die Räder in den Garten und richteten uns im Zimmer ein. Das B&B liegt direkt an mehreren Bahngleisen und die Lautstärke war entsprechend - auch nachts. Allerdings hatten wir diesmal eine Klimaanlage und konnten daher die Fenster schließen.

Arena
Arena

Am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Weg in Richtung Arena über den breiten Corso Porta Nuovo, der mit Tutanchamun-Statuen geschmückt war, und erreichten den größten Platz von Verona, die Piazza Brà. In dem parkähnlichen Platz gegenüber der Arena setzten wir uns auf eine Bank, um die Umgebungn zu genießen. Rund um die Arena waren Requisiten von Opernfestspielen seit 1976 zu sehen, und der um die Arena aufgestellte Zaun bestand aus großformatigen Bildern dieser Aufführungen.

Verona unterhält übrigens Partnerschaften zu zahlreichen Städten. Durch vier Partnerstädte waren wir bereits geradelt: Pula, Nîmes, Salzburg und Tirana. Und was war diesen Städten gemeinsam? Alle gefielen sie uns außerordentlich.

Wir erholten uns bei Kaffee und Schokoladen-Haselnusstörtchen und bummelten weiter Richtung Altstadt. Jede Menge Touristen schritten mit uns durch die Gassen, in denen sich die bekannten Konsummarken boutiqueweise aneinanderreihten. Prächtige Innenhöfe, massive Türen, blank geputzte Klingelschilder, beeindruckende Fassaden, schöne Plätze, wie die Piazza delle Erbe, viele Statuen von bekannten und uns unbekannten Veroneser Persönlichkeiten - es gefiel uns sehr hier.

Das Viertel um den Dom war dagegen nahezu menschenleer, es fehlten wohl die Geschäfte als Magneten. In einer stillen Seitengasse fanden wir eine kleine Bar, in der wir uns mit zwei kühlen Bier erfrischten, bevor wir noch zum Museum des Castelvecchio gingen und schließlich wieder an der Arena eintrafen. Den Rummel um Romeo und Julia und des angeblichen Balkons ließen wir aus.

Wir kauften Wasser, Obst und Olivenbrot für morgen und aßen in einer Pizzeria. Im B&B stellten wir die Räder blicksicher hinter das Haus und lauschten im Zimmer, komfortabel mit Klimaanlage, nicht der Lerche oder Nachtigall, sondern dem Geratter der vorbeifahrenden Züge. Davon mal abgesehen: Verona ist eine Reise wert.

Übernachtung

  • B&B Magnolia
    50,92 EUR mF

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