Von Augsburg nach Rom

San Piero - Florenz

Etappe 13: 39,4 km

Toskanisch
Toskanisch

Die Abfahrt an diesem Samstag geriet etwas holterdipolter. Zum Frühstück waren wir im Caffè Turismo, das sich gleich neben der Trattoria vom vergangenen Abend befand. Das halbe Dorf versammelte sich hier zum wochenendlichen Stelldichein. Ciao, Salve, Ave, Giorno - und wir genossen entspannt Sonne, Frühstück, Atmosphäre.

Als wir ins Zimmer zurückkehrten, schwirrte schon die Putzkolonne durch das Haus, was für uns nicht ganz so gemütlich war. Auch nicht zum gemütlichen Teil gehörte, dass wir zunächst in die falsche Richtung radelten. Also noch einmal zurück ins Dorf, und dann begann mal wieder ein Anstieg, nicht so andauernd und lang wie gestern, aber sportlich allemal. Wir begegneten vielen Radlern einer Radlerin, die von ihren Sportgeräten aus freundlich winkten oder grüßten.

Die Zahl der Olivenbäume am Straßenrand wuchs ins Unermessliche, die Landschaft wurde toskanisch. Den höchsten Punkt erreichten wir, als wir den Vetta le Croci passierten. Es fuhren nur wenige Autos, so dass wir in aller Ruhe die herrliche Landschaft und die Ausblicke aufnehmen konnten. Zikaden zirpten und begleiteten unsere wunderschöne Abfahrt nach Fiesole, der reichsten toskanischen Gemeinde, wo wir an der Piazza Mino da Fiesole pausierten. Die Kellnerin rauchte schneller, als sie atmete, und brachte uns Bruschetta, Tarte und Wasser. Ein großes bronzenes Standbild gedenkt der Einigung Italiens. Garibaldi und Vittorio Emanuele reichen sich die Hand.

Als wir im Hintergrund das Grummeln eines sich nähernden Gewitters hörten, stiegen wir auf die Räder und freuten uns über die einige Kilometer lange Abfahrt nach Florenz. Am Arno entlang, vorbei am Ponte Vecchio, erreichten wir in der Via Italia, in der Nähe des scharf bewachten Generalkonsulats der USA, das B&B. Nach einem Anruf erhielten wir alle Pins, um einzuchecken. Einen persönlichen Kontakt gab es nicht.

Wir erledigten das Übliche, und als wir zu Fuß ins Centro aufbrachen, begann es zu regnen. Also nahmen wir die Regenumhänge mit, und los ging es zu Altbekanntem, zum Dom in seinen ungeheuren Ausmaßen, zur Piazza della Signoria mit der David-Kopie und dem Neptun-Brunnen, schlenderten durch die im Regen finster wirkenden, engen Gassen. Schier unzählige Touristen waren zu sehen. Immer wieder drückten sich Koffer ziehende Menschen in schmale Hauseingänge, wohl um wie wir ein B&B zu beziehen. Wie viele Florentiner leben überhaupt noch im Zentrum? Vor Jahren weilten wir mit den Kindern eine Woche in einer Wohnung nahe der alten Brücke. So voll war es damals nicht gewesen.

In einer Trattoria nahe des Doms aßen wir und gingen am Arno entlang zur Pension zurück - plitsch, platsch!

Übernachtung

  • Residenza il Maggio
    45,90 EUR oF

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