Von Augsburg nach Rom

Spoleto - Terni

Etappe 20: 53,5 km

Unterwegs zum Nera-Tal
Unterwegs zum Nera-Tal

Zur Vorsicht hatten wir die Räder über Nacht ins Zimmer gestellt, anstatt sie draußen am Geländer befestigt zu lassen. Und siehe da: die Räder befanden sich erfreulicherweise am Morgen immer noch im Zimmer. Ein rundum gelungener Start in den Morgen, der durch das Frühstück sogar ein Sahnehäubchen erhielt. Eine Platte Süßes und eine Platte mit Schinken und Käse wurden präsentiert. Das hatten wir nicht erwartet, da weder die Klimaanlage noch die Wasserspülung noch der Strom einwandfrei funktioniert hatten.

Wir checkten aus, stockten unseren Wasservorrat auf, und dann ging es auch schon aufwärts. Zum Einstand kletterten wir auf den ersten 10 km mal eben auf rund 720 m hoch. Das ging nach drei Wochen Training ganz gut, weil wir schnell einen guten Rhythmus fanden und die Landschaft außerordentlich schön war. Schöne Landschaften erleichtern den Aufstieg. Zweimal legten wir eine kurze Trinkpause ein. Unser Wasserverbrauch war so hoch, dass wir auf das Duschen eigentlich verzichten konnten, so schnell wurde alles wieder ausgeschwitzt.

Blick ins Nera-Tal
Blick ins Nera-Tal

Nachdem wir auf dieser Panoramastrecke den höchsten Gipfel erreicht hatten, erlebten wir eine Abfahrt, bei der man nicht von Hinuntergleiten reden konnte. Dazu war der Straßenbelag einfach zu widrig.

Auf kurvigen Wegen kamen wir schließlich in das Nera-Tal, sehr grün, sehr beschaulich, von hohen Bergen umgeben und einfach zu fahren. Die Straßenbeläge wurden besser, und an einem lauschigen Plätzchen picknickten wir am schnell strömenden Fluss, in dem man die Forellen erahnen konnte.

Rund 20 km vor Terni schoss der Cascate delle Marmore, der Marmorwasserfall, ein 165 m hoher künstlicher Wasserfall mit unglaublicher Wucht aus dem Fels heraus. Er sorgte für kühle Luft selbst an der Straße und erfrischte uns. Der Parkplatz war voller Autos, und man musste eine Eintrittskarte lösen, um ihn aus der Nähe zu sehen. Wir begnügten uns mit dem Blick aus der Distanz.

In Terni fuhren wir zunächst an einem riesigen Industriewerk vorbei und fanden dann mithilfe einer Autofahrerin, die eigens anhielt, uns zu helfen, das Hotel de Paris, unser heutiges Quartier. Es hatte sicher schon bessere Zeiten erlebt, und das WLAN hatte es bis in den dritten Stock noch nicht ganz geschafft.

Unser Spaziergang durch die Stadt war ernüchternd. Nichts konnte gefallen, nichts war auf irgendeine Weise interessant. Vieles schien auf unbestimmte Zeit verriegelt und verrammelt. Terni hatte, so unser Eindruck, nichts anzubieten und schien nichts nachzufragen.

Zu Abend aßen wir an einem indischen Imbiss Chicken Kebab. Ute wurde nach Unterstützung der Einreise nach Deutschland gefragt. Den Tag beendeten wir mit einem Gläschen Trebbiano an der Hotelbar.

Übernachtung

  • Hotel de Paris
    78,10 EUR mF

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