Von Augsburg nach Rom

Terni - Torrito Tiberina

Etappe 21: 62,4 km

Terni
Rückblick auf Terni

Die letzte Etappe vor Rom, die uns noch einmal durch eine waldreiche und bergige attraktive Landschaft führte, begann und endete ähnlich, nämlich mit einem kräftigen Anstieg, der am Morgen etwas leichter zu bewältigen war als am frühen Nachmittag. Der Reihe nach.

Nach einem ordentlichen Frühstück radelten wir durch das Zentrum Ternis bis zum Beginn des Tracks und mussten einen anstrengenden Aufstieg bewältigen. Insgesamt stiegen wir heute 850 m. Die Straße war nur mäßig befahren, der Belag noch im akzeptablen Bereich. Ab einer maximalen Höhe von rund 455 Metern folgten dann immer wieder kleinere Abfahrten, nach denen wir erneut klettern mussten. Wir hangelten uns quasi am unteren Bereich einer Hügelkette entlang, den Sabiner Bergen, die zu den Abruzzen gehören, und folgten dem Straßenverlauf, der sich Richtung Südwesten schlängelte.

Casperia
Casperia

Im Tagesverlauf wurde die Befahrbarkeit der Strecke deutlich schlechter, aber die Landschaft war nach wie vor abwechslungsreich und reizvoll. Olivenbäume bestimmten die Anbauflächen, die Ansiedlungen lagen verstreut, nur auf den Hügelspitzen erhoben sich immer wieder malerische Dörfer, die wie zur Spielzeugeisenbahn zu gehören schienen. Kurz hinter Lugnola verließen wir Umbrien und erreichten die Region Latium. Eines dieser malerischen Hügeldörfer war Casperia, vermutlich von den Sabinern gegründet. Ein Abstecher dorthin wäre vielleicht lohnenswert gewesen, war uns heute aber zu anstrengend. Berge und Sonne forderten ihren Preis. Es ging weiter hinauf, hinunter durch das von den Langobarden gegründete mittelalterliche Poggio Catino, worauf das verkehrsreiche Poggio Mirteto folgte. Der Straßenbelag konnte stellenweise mit einer Sprungrampe konkurrieren.

Rund 7 km hinter dem Ortszentrum, kurz vor dem Bahnhof der Gemeinde, an dem wir übrigens auch in einen Zug nach Rom hätten steigen können, erreichten wir den grünen und trägen Tiber, den wir auf der SP15a überquerten.

Wir hatten gestern ein Quartier in Torrito Tiberina gebucht, das nun vor uns lag. Nicht in einer Ebene, nicht in einem Tal, sondern auf einem Höhenrücken. War ja klar! Also, noch einmal kräftig strampeln in der Mittagshitze , bis wir in dem kleinen Ort, in dem knapp über 1000 Einwohner leben, ankamen und linker Hand das Castello Torrita aus der Zeit um 1200 erblickten, in dem sich unser Hotel befand. Für Autos blieb die Zufahrt dorthin gesperrt, mit den Rädern durften wir hinein. Auf dem kleinen Platz vor dem Hotel verschnauften wir und genossen die tolle Aussicht auf die Umgebung.

Aus dem Hotel hörten wir Oldies aus den 70er Jahren und wurden beim Eintritt von einem gut gelaunten fröhlichen Trio willkommen geheißen, das sich unserer annahm. Vielleicht befürchtete man auch einen plötzlichen Schwächeanfall von uns zwei Alten. Kaltes Weizenbier auf dem wunderschönen Balkon, begleitet von Oliven und Knuspereien, ließen wir uns schmecken.

Nachmittags kauften wir in einem Conad ein, spazierten durch die menschenleeren Gässchen des Castellos, dessen verwinkelte Häuser allerdings bewohnt wurden, und aßen auf dem Balkon zu Abend: Wurst- und Käseplatte, Tintenfisch und Krabben und abschließend Muscheln. Oh, wie sind wir satt geworden.

Unsere Räder übernachteten im Keller des Hotels.

Übernachtung

  • Castello Torrita
    71,50 EUR oF

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