Von Augsburg nach Rom

Verona - Ostiglia

Etappe 10: 50,6 km

Reisfelder
Reisfelder

Zum Frühstück gab es das Übliche. Wir konnten als Ort zwischen Küche und Garten wählen und entschieden uns für den Garten, weil wir dort den Wortsalven der Gastgeberin entgingen.

Gegen 9 Uhr radelten wir los und nahmen Abschied von Verona und der Etsch, die sich nun Richtung Adria wendete. Auch auf uns wartete eine Wende, sogar in doppelter Hinsicht. Zum einen verließen wir die alpine Region und hatten die Po-Ebene vor uns, zum anderen war die Zeit der erstklassigen Radwege endgültig vorüber.

In Vigasio kauften wir noch einmal Wasser, weil es so früh am Morgen bereits sehr heiß war. Einige Kilometer später sahen wir die ersten Reisfelder, die wir auf holprigen Wegen passierten. Bei knapp 40 Grad empfanden wir eine Dusche durch eine Bewässerungsanlage, die nicht nur auf ein Maisfeld, sondern auch auf den Weg ausgerichtet war, als sehr angenehm. Auf dem Weg hatte sich jedoch eine tiefe Pfütze gebildet. Utes Radriemen reagierte auf den Wasserkontakt zunächst mit protestierendem Quietschen, das zwar im Lauf des Tages weniger wurde, aber nicht verschwand.

Die Strecke blieb flach, Reis- und Maisfelder wechselten einander ab, Ansiedlungen waren sehr selten. Im kleinen Erbè nutzten wir die Gelegenheit, in einer Bar ein kaltes Wasser zu trinken. Ein Senior spendierte uns zwei kalte Cokes, die den Zuckernachschub beförderten und uns erfrischten.

Hinweis auf den Eurovelo 8
Hinweis auf den Eurovelo 8

Unter einem Baum aßen wir später Pfirsiche und Olivenbrot. Danach ging es flach, knallheiß und ereignislos über Sorgà, Geburtsort des Rennfahrers Antonio Ascari, und Gazzo Veronese weiter. Gegen 14 Uhr erreichten wir unser heutiges Ziel Ostiglia, womit wir uns nunmehr a) direkt am Po, b) in der Lombardei und c) in der Provinz Mantua befanden. Auch durch diesen Ort führte unsere Leitstraße, die Via Claudia Augusta.

Das gebuchte Hotel öffnete erst nach energischem Klingeln die Pforte, und man teilte uns mit, dass die Chefin gleich komme. So war es dann auch. Wir checkten ein, es war wohl nur ein anderes Zimmer belegt, und kauften einiges im Supermarkt 200 m gegenüber ein.

Anschließend radelten wir durch das Städtchen, es war immer noch glühend heiß. Ostiglia wird, wie wir durch eine Hinweistafel erfuhren, vom Eurovelo 8 durchquert, auf dem wir ja bereits einige Etappen absolviert hatten und den wir, wenn alles wie geplant funktioniert, 2020 beenden werden. Qui vivra verra.

Dinner for two
Dinner for two

Wir überquerten den träge fließenden Po, kurvten durch manche Straßen und tranken schließlich eiskaltes Bier vor der Bar La Quercia. Dazu gab es, und zwar nicht nur hier, sondern es scheint Usus in Italien zu sein, Chips mit scharfer Sauce und Erdnüsse. Einer der Gäste empfahl uns ein Lokal zum Abendessen, das aber erst um 20.30 Uhr öffnen würde. So lange konnten wir nicht warten. Nach kurzer Beratung deckten wir uns, weil auch die Hotelküche geschlossen blieb, mit Tintenfisch-Salat, Rohkost, garniertem Ziegenkäse, Parmigiano, Himbeeren und Frascati ein und zelebrierten ein Dinner auf dem Zimmer. Einen Beutel mit Eis hatten wir ebenfalls aus dem Supermarkt mitgebracht. Die Klimaanlage funktionierte, alles war angerichtet.

Unser erstes Abendessen auf dem Zimmer in 11 Jahren Radeln.

Übernachtung

  • Hostiliae Ciminiera
    48 EUR mF

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