Auf dem Eurovelo 8 durch Italien und Frankreich

Apt - Avignon

Etappe 27: 56 km - 96 Höhenmeter

Das ansprechende Frühstücksbüfett nahmen wir im sonnigen Innenhof zu uns. Es waren gerade mal 50 km zu unserem heutigen Ziel Avignon, die wir bis Cavaillon auf einem ausgezeichneten Radweg, der in weiten Teilen einer ehemaligen Bahntrasse folgt, zurücklegten.

Es war Samstag, also herrschte viel Betrieb in beide Richtungen: Freizeitsportler, Amateure, Familien. Aus der Ferne sahen wir Lacoste, ganz aus der Nähe das Café de la Gare in Bonnieux, wo wir eine eiskalte Cola tranken. Vor gut 30 Jahren gab es hier ein großartiges Lokal.

So wie der Radweg endete, begann das übliche Spiel. Hinweise fehlten, der rechte Straßenrand war in bedauernswertem Zustand, tiefe Gulliränder und hohe Gehsteigkanten, die den Sturz geradezu herausforderten.

Wir fuhren bei starkem Verkehr die letzten 20 km auf der N7 vom Südosten her nach Avignon, nahmen zwischendurch bei Lidl einen eiskalte O-Saft zu uns und bummelten zum Tourende hin auf einer Spur für Räder und Busse ins Zentrum von Avignon, das die Parkplätze rund um die Stadtmauer entfernt hatte. Vor zwei Jahren waren wir auf dem Weg nach Barcelona zuletzt in Avignon gewesen, wenn auch nur für ein, zwei Stunden. Im Hinblick auf die Radwege hatte sich hier eine Menge getan.

Die traditionellen Bilder vom Ziel gab es am Karussell auf dem Place de l’Horloge. Die Rue de la Republique blieb heute für den Autoverkehr gesperrt. Und so konnten wir in alle Ruhe zum Hotel Bristol trödeln, wo wir ein Zimmer für zwei Übernachtungen gebucht hatten.

Abends aßen wir im Le Vintage. Als Vorspeise gab es gemischten Blattsalat auf dünnen, rohen Thunfischscheiben, leider geschmacklich enttäuschend. Die Hauptspeise bestand aus Schichten von Fleisch, Wurst und Gemüse verbunden mit herzhaftem Gries und war in einer Form gebacken, dazu gab es leckere Fritten und trockenen Weißwein. Nach dem abschließenden Kaffee spazierten wir langsam ins Hotel zurück und sprachen über die vielen Urlaube, die wir hier verbracht hatten.

Sonntag in Avignon

Der fahrradfreie Sonntag begann mit einem späten und ausgiebigen Frühstück (Rührei mit Schinken, Wurst, Käse, Jogurt, Brot, Croissants, Saft und jede Menge Kaffee) im gediegenen Frühstücksraum. Anschließend bummelten wir zum Garten des Papstpalastes und verbrachten den Vormittag auf einer Bank in der Sonne mit Blick auf Villeneuve, die Ile de la Barthelasse und die Rhône. Im Gegensatz zu gestern war es allerdings etwas frischer geworden. Nicht kalt, Mistral eben.

Wir verließen den Garten über die Treppe zur Alten Brücke und gingen dann über den Place d’Horloge zunächst zu den Markhallen, wo wir uns zu einem Aperitif niederließen und uns vor herumfliegenden Sonnenschirmen zu schützen wussten, die dem Wind nicht standgehalten hatten.

Nach einem faulen Nachmittag im Hotel machten wir uns gegen 18.30 Uhr auf die Suche nach einem Restaurant und fanden einige hundert Meter weiter als gestern im Grand Café Barretta am Place St. Didier unter einem alten Ahornbaum einen schönen Tisch zum Abendessen. Es gab Gazpacho mit Mozzarella und roten Reis in einer leichten Sahnesauce mit gebratenen Jakobsmuscheln. Beides sehr lecker - allerdings sehr reichlich portioniert. Dazu tranken wir ein Glas trockenen Weißwein und hinterher Kaffee. Anschließend ging es auf leicht verschlungenen Pfaden zurück ins Hotel, wo es noch ein Gläschen Rosé gab.

Ach, dieses Avignon. On l'adore.

Übernachtung

  • Hotel Bristol
    202,68 EUR mF (2 Übernachtungen)

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