Auf dem Eurovelo 8 durch Italien und Frankreich

Udine - Bibione

Etappe 4: 82 km - 92 Höhenmeter

Bei Precenicco
Rast nahe Precenicco

Corona-Auswirkungen: Die Rezeptionistin übernimmt die Zubereitung des Frühstücks. Dazu kommt sie an den Tisch, fragt nach Wünschen, wenigstens den wesentlichen, und stellt anschließend ein Tablett zusammen. Will einer der Gäste auschecken, eilt sie zur Rezeption, was im Frühstücksraum für Unmut sorgt, weil die Wartezeit deutlich verlängert wird. Weitere Organisationsvarianten sollten wir noch kennen lernen.

Wir folgten dem Track auf recht guten Pisten bis kurz nach Strassoldo, wo wir vom geplanten Track abwichen, weil wir Grado, den Endpunkt der Ciclovia Alpe Adria, zu den Akten gelegt hatten. Wir wollten stattdessen gleich nach Bibione fahren, weil wir wenig Unterschiede zwischen den beiden Küstenorten annahmen. Den ersten Teil der Strecke hatten wir aufgrund der guten Beschaffenheit der Wege schnell absolviert, für den. zweiten Teil brauchten wir länger. Die Landschaft begann eintönig zu werden, Felder links und rechts, in den Dörfern war kaum Leben, die Sonne brannte, der Magen knurrte. Die üblichen Leiden des Radlers eben. Nach Mittag, also ab Punkt 12 Uhr – und die Kirchenglocken läuteten in den unterschiedlichsten Klangfarben, so hell, so schön, war bis auf einen Supermarkt alles geschlossen. Bis wir uns daran gewöhnt hatten, waren wir fast schon in Frankreich. Die Fahrt an sich war gar nicht so anstrengend.

Bibione
Bibione menschenleer

Bibione zählt ja zu den typischen übervollen Touristenorten, aber hier war kaum etwas davon zu bemerken. Parkplätze in Hülle und Fülle gab es, viele Ferienhäuser wirkten unbewohnt, die Anzahl der Touristen war kaum erwähnenswert. Corona schien immense Auswirkungen auf die Badeorte zu haben.

Das Hotel Adriatico war trotz weitgehend leerer Straßen gar nicht so einfach zu finden. Im Nachhinein hätten einfach nur der Via Andromeda folgen sollen. Na ja – wenigstens das Einchecken verlief professionell zügig, das Zimmer war mittelprächtig, das Badezimmer noch annehmbar. Alle Installationen in einer Linie, fast auf Kniehöhe, die Abflüsse teils rostig.

Am Nachmittag kauften wir in einem Supermarkt einiges ein, fast alle sprachen Deutsch. Den Satz „Io parlo male l‘italiano“ hätte ich mir gar nicht einprägen müssen. Den Strand umgingen wir großräumig. Am späten Nachmittag, langsam wurden die Temperaturen erträglicher, aßen wir in der dem Hotel gegenüberliegenden Pizzeria Spaghetti, auf die wir Heißhunger hatten, und einen großen Salat. Anschließend saßen wir eine Weile auf dem Balkon, konnten sitzend über der Brüstung Kräne und Dachgärten begutachten und die Klimaanlage wummern hören. Volare!

Übernachtung

  • Hotel Adriatico
    70,80 EUR mF

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