Auf dem Eurovelo 8 durch Italien und Frankreich

Mailand - Cornale

Etappe 17: 71 km - 85 Höhenmeter

Joghurt mit Sonnenblumenkernen und Nüssen wurde zum Frühstücksfavoriten. Dazu lösten wir das Voucher ein, das zum B&B-Angebot gehörte, und tranken in der Bar gegenüber einem heißen Kaffee. Räder und Gepäck wurden mit dem Fahrstuhl nach unten befördert, dann suchten wir den Weg aus Mailand hinaus. Wie gestern mussten Einbahnstraßen in die falsche Richtung bewältigt werden, da aber kaum Verkehr war, gelang das mühelos.

Der Teil danach war einfach. Wir fuhren einige Kilometer in Richtung Pavia auf jenem ausgezeichneten Weg zurück, den wir bereits gestern gefahren waren. Nun begannen die Schwierigkeiten. An einem großen Kreisverkehr mit Radwegen und Unterführungen hatte der Garmin Anzeigeprobleme. Es war nicht eindeutig, wohin es gehen sollte. So schlugen wir zweimal die falsche Richtung ein und mussten das Smartphone zur Unterstützung einsetzen. Die nächste Abzweigung entging uns, und dieser Fehler fiel erst nach drei Kilometern auf. Also 180°-Grad Kehrtwendung, und dann hatten wir den roten Faden endlich wiedergefunden.

Wir radelten bei schwülen Temperaturen vorwiegend geradeaus („Ich sehe etwas, was du nicht siehst?“ - „Was denn?“ – „Eine Kurve!“), und Reisfelder säumten unseren Weg. Fehlte der Reis, half Mais aus. Die Straßenbeläge konnten schlechter kaum sein. Im Parco Ticino, dem ersten Regionalpark Italiens, überquerten wir den gleichnamigen Fluss auf einer Holzbrücke, der Ponte della Barche, die schon mehr als abenteuerlich war. Dass sich unsere Reifen dort keinen Holzsplitter einfingen, war pures Glück.

Kurz vor Cornale radelten wir zum letzten Mal über den Po auf einer 1916 errichteten Bogenbrücke, die 2010 saniert worden war. Die ersten 100 m waren gut, dann bestand der Straßenbelag aus quadratischen Steinen, die teilweise so locker waren, dass man sie als Bauklötze hätte benutzen können.

Eine beeindruckende Festung erblickten wir in Sannazzaro de’ Burgondi, die ganz und gar nicht so leer und verlassen wirkte wie viele der Ansiedlungen, durch die wir heute geradelt waren.

Das B&B war rasch gefunden, das Dorf war klein. Aber der Supermarkt war nur vormittags geöffnet, die Bar am Sportplatz, der sehr gepflegt wirkte und deren Besucher uns freundlich begrüßten, bot nur Snacks. So beauftragten wir telefonisch einen Pizzaservice und hoffen nun, dass er unsere Bestellung erfüllen wird.

Das gebuchte Hotel für morgen konnten wir kostenfrei stornieren, weil wir, um dort hinzukommen, einen Abschnitt der Autostrada hätten fahren müssen.

Und was macht unsere Pizza? Sie kommt gerade - der Pizzabote verspätete sich um eine Viertelstunde, aber alles, was wir bestellten, wird geliefert: die Pizza ist warm, das Muratti-Bier kühl, das Dorf klappt die Bürgersteige hoch und wir lassen es uns schmecken.

Übernachtung

  • B&B Bell’s House
    53,55 EUR

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