Auf dem Eurovelo 8 durch Italien und Frankreich

Mestre - Mestre

Etappe 7: 54 km - 81 Höhenmeter

Frühstück mit kleinen Brötchen und gefüllten Croissants. Der Americano und das Joghurt schmeckten. Das Büfett war aufgehoben worden, die Gedecke wurden in der Küche zubereitet.

Wir radelten auf dem vorzüglichen Radwegesystem unter dem Bahnhof hindurch und schoben die Räder über den großen Samstagsmarkt in Mestre, der sich über mehrere Straßenzüge erstreckte.

Zu Beginn war die Landschaft in diesem Teil des Veneto noch abwechslungsreich, dann folgten wir nahezu ausnahmslos gerade verlaufenden Kanalpisten, die wie an einer Schnur verliefen, teilweise Schotterwege, teilweise Graspfade. Der im 17. Jahrhundert künstlich geschaffene Canale Novissimo kannte nur eine Richtung: geradeaus, und zwar kilometerlang.

Als wir die Piste in Lova verließen, stellte Ute einen Plattfuß am Hinterrad fest. Wir entluden das Rad im Schatten einer kleinen Kirche. Eine Tube Klebstoff hatten wir noch, die andere war nicht mehr zu verwenden. In der schwülen Hitze gelang zwar die Reparatur, aber mit der Minipumpe Turbo Morph bekamen wir nicht die 4 bar in den Schlauch. Also suchten wir eine Tankstelle mit einem Luftdruckgerät, an das wir unseren Adapter für Autoventile, der ja seit Jahren zur Ausrüstung gehört, anschrauben konnten.

Der Plan war großartig, die Ausführung hatte ihre Tücken, die nicht nur der Tageszeit und dem Wochentag zu verdanken waren. An der ersten Tankstelle, nur wenige Minuten entfernt, war der Luftdruckapparat defekt. An einer zweiten Station wenig weiter hieß es: Chiuso. Klar, der Samstagmittag war angebrochen. Nur die Zapfsäulen konnten bedient werden, alles andere war verschlossen. So stornierten wir zunächst einmal die Hotelbuchung im Gran Delta in Rosolina und buchten stattdessen eine weitere Nacht in Mestre. Außerdem legten wir das Projekt Po-Delta ad acta, weil wir diese kräftezehrende, reifenpeinigende und langweilige Geradeausfahrt nicht noch einmal erleben wollten.

Also zurück nach Mestre. Der Reifen hielt, und wir steuerten jede Tankstelle an, die am Wege lag. An der siebten Tankstelle war der aus Pakistan stammende Tankwart, der schon für das Wochenende abschloss, bereit, den Luftdruckapparat in Gang zu setzen. Er half uns, den Reifen auf knapp 5 bar aufzupumpen. Alles hielt, wir tranken ein Wässerchen und tauschten Meinungen aus.

Anschließend radelten wir auf dem Randstreifen der SS 309 in Richtung Mestre zurück. Dort kauften wir in einem Decathlon für 9 Euro eine etwas größere Pumpe, die bis zu 6,5 bar aushielt, und kurz nach 15 Uhr waren wir wieder dort, wo wir morgens abgefahren waren.

Abends genossen wir das Essen im Fermenti, das an einem kleinen Platz mit einer mächtigen Linde im Mittelpunkt liegt. Es gab Gazpacho und Tagliatelle mit hausgemachter Soße, dazu ein hauseigener Wein aus Friaul, sehr, sehr lecker, entspannte Atmosphäre nach einer anstrengenden Etappe, das war sehr schön.

Übernachtung

  • Hotel Adria
    67,80 EUR mF

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