Auf dem Eurovelo 8 durch Italien und Frankreich

Pavia - Mailand

Etappe 16: 34 km - 49 Höhenmeter

Joghurt-Frühstück und rascher Aufbruch, denn heute stand Milano auf dem Programm, und die Frage, ob die Unterkunft in der Via Spaldini gut zu finden sein würde, machte uns ein wenig unruhig. Mailand war bevölkerungsmäßig schon ein anderes Kaliber.

Die Fahrt bis dorthin verlief völlig problemlos. Wir radelten einen bis auf wenige Kilometer nahezu schnurgeraden Weg an einem Kanal entlang, dem Naviglio Pavese. Auf dem ausgezeichneten Pflaster, auf dem die Reifen fast ins Schnurren gerieten, informierten in regelmäßigen Abständen große weiße Zahlen über die noch zu fahrenden Kilometer nach Mailand. Als es schließlich in das innerstädtische Straßendickicht Mailands ging, wurde die Sache komplizierter. Weil wir den Track umgedreht hatten, mussten wir leider eine Menge Einbahnstraßen in die falsche Richtung durchfahren. Teilweise waren sie so eng, dass wir das Schieben bevorzugten. Als wir einen weißen Schimmer in der Ferne erblickten, wussten wir, dass wir nicht mehr fern von der Unterkunft waren, denn sie liegt ganz in der Nähe des Doms.

Aber wie sollten wir einchecken? Eine Wohnungsklingel gab es nicht, der Portier, der für das gesamte Gebäude zuständig war, wusste von nichts. Anrufe blieben erfolglos, und unsere Anfrage über den Nachrichtendienst von booking.com war nicht beantwortet worden. So schoben wir die Räder zunächst die 200 m zum imposanten Zuckerbäckerdom hinüber, lösten Tickets und besichtigten abwechselnd das Innere des gewaltigen Bauwerks, das wir beide eher prosaisch fanden.

Leonardo da Vinci - Piazza della Scala
Leonardo da Vinci - Piazza della Scala

Architektonisch ist das Nebeneinander von Dom und Galerien natürlich überwältigend. Bei der Einlasskontrolle wurde Ute ihrer blauen Augen wegen gleich durchgewunken, während ich sogar die Mini-Klappbrille auseinanderfalten musste. So ungerecht ist die Welt. Mittags aßen wir ein paar Schritte weiter bei MCD, wo uns schließlich zahlreiche WhatsApp-Nachrichten erreichten, die Anweisungen zum Online-Check-In enthielten. Ein Druck auf den Button zur verlinkten Website öffnete tatsächlich die Tür, sodass wir zumindest Räder und Gepäck im Apartment abstellen konnten, das noch gereinigt werden sollte. Die Haustür wurde zu dieser Zeit noch von einem Portier beaufsichtigt.

Ein Kaffee am Tresen, ein Eis, ein Spaziergang zur Leonardo-Statue, ein birra alla spina und ein Einkauf in einem kleinen Supermarkt, nach dem wir lange gesucht hatten, bis uns der Portier den entscheidenden Hinweis gegeben hatte, folgten, eher wir endlich das inzwischen gereinigte Apartment beziehen konnten.

Im Gatto Nero tranken wir ein kühles Bier und aßen am frühen Abend eine Kleinigkeit zu deutlich günstigeren Preisen als in den Lokalen am Domplatz. Müde kehrten wir zurück und standen vor verschlossenen Türen. Der Portier war nicht mehr im Dienst, die Haustür verschlossen. Nun versuchten wir, den Anweisungen zum Öffnen der Haustür via Internet zu folgen, was zunächst überhaupt nicht gelang, weil das Prozedere alles andere als nachvollziehbar war. Einen praktischen Button gab es nicht. Ein Hilferuf via WhatsApp blieb ungehört, ans Telefon ging wie üblich niemand. Bevor die Nacht auf dem Bürgersteig Wirklichkeit zu werden drohte, hatte Ute die zündende Idee, die uns ins Haus brachte. Puh, knappe Kiste!

Vom Zimmerfenster aus konnten wir übrigens den Dom sehen. Ein fesselnder Blick auf ein großartiges Kunstwerk. Die Kommunikation mit dem Vermieter war indessen sub omni canone.

Übernachtung

  • B&B Altido Spadari
    72,90 EUR (Voucher für Kaffee & Croissant)

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