3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Castelsarrasin - Agen

Etappe 22: 53 km

Trödeln war möglich, da wir heute eine kurze Strecke vor uns hatten. Obwohl wir es langsam angehen ließen, waren wir mal wieder die Ersten im Frühstücksraum, in dem wir uns nicht lange aufhielten.

Nach dem Checkout ging erst einmal einkaufen, um die Vorräte für heute aufzustocken, und dann ging es erneut zum Kanal. Die Strecke begann am Futterbus und führte durchgehend am Wasser entlang. Wir fuhren größtenteils auf gutem Untergrund und überquerten einige Brücken. Die erste war die längste (356 m), engste und holprigste Brücke, erbaut 1845, die uns über den Tarn brachte, allerdings zu Fuß, denn zu fahren trauten wir uns nicht, da inmitten der Brücke der Kanal verlief.

Kurz darauf erreichten wir Moissac, lange umstritten im Hundertjährigen Krieg und heute eine bedeutende Station auf dem Jakobsweg. Ab Moissac überholten wir immer wieder Jakobspilger, während sich die Zahl der Radler heute in Grenzen hielt. Die Landschaft war abwechslungsreich und alles noch schön grün. Die Temperatur verkündete schon, dass der Sommer langsam zu Ende ging. In Valence d‘Agen versuchten wir vergeblich, einen Platz im Café zu erhalten. Das einzig geöffnete befand sich auf dem Wochenmarkt und war knüppelvoll. Also kein Kaffee und zurück ans Wasser.

Wir trödelten, der Radweg wurde etwas holpriger, so allmählich ging es auf Agen zu. Auf dem westlichen Kanalufer waren nun immer mehr Lagerhallen und Betriebe zu sehen. In Agen zweigten wir vom Platz du Pin ab und fanden das Ibis Centre schnell. Die Räder wurden in einem sicheren Raum in der Garage untergebracht. Wir erledigten zunächst Einkäufe im Carrefour Express und machten uns dann auf den Weg ins Zentrum.

In Agen

Viele Gassen wirkten marode, heruntergekommen, schmutzig. Als wir uns der Kathedrale näherten, wurden die Gassen schöner, belebter, es gab weniger Leerstand. In einem Lokal tranken wir Café frappé, bevor wir weitergingen, um die Restaurantfrage zu klären. Und da war nix - entweder waren die Lokale verrammelt und verriegelt, oder es waren kleine Buden zum Abholen von Pizza, Döber, Burgern. Es musste also der Notfallplan her: Wir aßen bei McDonald's und kauften anschließend eine Flasche Wein und einen Beutel Eis im Carrefour für eine After-Dinner-Party im Zimmer. Schönes Wetter, aber es gab kaum Gelegenheiten, es sich draußen gemütlich zu machen.

Wir fühlten uns in Agen nicht so recht wohl, aber wer Pflaumen mag, für den musste es nahe dem Paradies sein. In Wikipedia ist zu erfahren:

Die Umgebung der Stadt ist durch riesige Plantagen mit Pflaumenbäumen gekennzeichnet. Kreuzritter brachten die Frucht im 11. Jahrhundert aus dem Vorderen Orient nach Frankreich. Die Mönche im nahe gelegenen Tal des Lot waren möglicherweise die ersten, die die Pflaumen trockneten und als Dörrobst verkauften. Heute verlassen jährlich rund 35.000 Tonnen Dörrpflaumen die Fabriken von Agen.

Übernachtung

  • Ibis Agen Centre
    annehmbar

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