3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Saint-Malo - Avranches

Etappe 33: 67 km

Enge Kombüse als Zimmer, keine Klimaanlage, Plastik unter der Bettdecke, einzig das Frühstück war gut.

Die Altstadt war menschenleer, als wir auscheckten und noch ein Schwätzchen mit einem Berliner Ehepaar führten, das sich für Radreisen interessierte und unsere Schlösser für Batterien hielt.

Es war warm, aber diesig, fast neblig, als wir den alten Hafen verließen und über Nebenstraßen an Kohlfeldern vorbei Richtung Meer radelten. Bretonischer Kohl? Oh ja, wie man auf dieser Seite erfährt:

Der Blumenkohl ist die Krönung der Produktpalette. Der Blumenkohl aus Saint Malo, besonders in Nordeuropa hoch geschätzt, wird zu 50% exportiert. Die Gemüsebauern erzeugen mehr als 85 verschiedene Frischgemüsesorten: Kohl, Artischocken, Tomaten, Lauch, Knoblauch, rote Zwiebeln der Bretagne, Frühkartoffeln, Steckrüben und viele andere."

Nach rund 10 km erreichten wir die Küste und fuhren eine zweispurige schmale Straße mit gutem Belag entlang, die allerdings stark befahren war. Vor allem Wohnmobile waren unterwegs. Wegen Ebbe war vom Wasser nur etwas zu ahnen, und die Gezeitenunterschiede sind im Norden der Bretagne beträchtlich. An einem schönen Plätzchen mit Blick auf Mont St. Michel rasteten wir und folgten dann dem Track weiter die Küste entlang. Immer näher kamen wir der Insel bis zu einem Weg, der direkt in ihre Richtung führte, so dass sie schließlich direkt vor uns aus dem Meer auftauchte.

Es ging weiter an der Küste entlang.

Um nach Avranches zu kommen, mussten wir auf die Hauptstraße zurück von Kreisverkehr zu Kreisverkehr. Viel Verkehr, knalleheiß, eine Colapause an einer Tankstelle inmitten der Betonpiste half. Das war nötig, denn nun ging es eine starke Steigung mit Serpentinen hinauf, in der uns die Wagenkolonne des Zirkus Zanetti überholte. Schön anzusehen die Zirkuswagen, aber es war zum Schnaufen.

Dann endlich, bei großer Hitze, hatten wir den Ort erreicht. Das Hotel Patton, nach dem US-General benannt, dem Ende Juli 1944 ein wichtiger militärischer Durchbruch gelang, fanden wir schnell, konnten allerdings erst um 17.00 Uhr einchecken.

Also fuhren wir zum Biosupermarkt, zum Bäcker, um leckere Erdbeertörtchen zu kaufen, und anschließend zum Intermarché, um Wasservorräte aufzustocken. Hinzu kamen noch eiskalte Kronenbourg 1664, mit denen wir unseren Durst bis zum Check-In löschten.

Schnell geduscht, und Spaziergang unter der sengenden Spätsommersonne ins Zentrum. Unterhalb der Mauer der alten Burg fanden wir ein Best Beer Lokal, wo wir eine Platte von Kleinigkeiten bestellten: Ziegenkäse, Lachscreme und Tapenade, wozu Brotscheiben serviert wurden.

Das schmeckte alles köstlich, und wir wurden gründlich satt. Übrigens können wir uns noch an Zeiten erinnern, in denen das Angelsächsische vehement vermieden wurde. Best Beer - die Académie française hätte Kopf gestanden! Die Welt hatte sich definitiv verändert. Wir mit ihr?

Übernachtung

  • Hotel Patton
    ok

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