3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Genf - Belley

Etappe 9: 82 km

Bei Seyssel

Der Tag begann mit Süßigkeiten, woraufhin wir in einem Bagelstein frühstückten. Der Kaffee war im Vergleich zu üblichen Kaffeepreisen in der Schweiz günstig. Von den verbliebenen drei Schweizer Franken kauften wir im Migros zwei Flaschen Wasser, packten unsere Sachen, beluden die Räder und fuhren, den Jet d'Eau lange im Blickfeld, in Richtung Frankreich. Die Außenbezirke Genfs waren schnell erreicht, und es wurde sehr ländlich. Nahezu unbemerkt und unversehens überquerten wir die Grenze zum Departement Haut-Savoie und befanden uns wieder in Frankreich.

Ab da ging es kräftig bergauf, und wir schwitzten mächtig. Innerhalb recht kurzer Zeit waren 500 Höhenmeter zu bewältigen, die indes durch eine bunte und interessante Landschaft führten. Sodann verließ der Track die Hauptstraße, und wir gelangten in eine sehr stille Gegend, in der die Route vorwiegend kurvenreich abwärts verlief. Wenig später erwartete uns ein neuer Anstieg, wonach wir uns auf einem weiträumigen Plateau befanden, das beeindruckend schön aussah. Es war so herrlich still und grün, kaum ein Auto begegnete uns, wir sahen Wiesen, Felder, Wälder, Hügel und Berge.

Einsame Winkel luden zum Verschnaufen ein. In solchen Momenten macht das Radfahren so unendlich viel Spaß, dass die Anstrenungen zur Nebensache werden. Vielleicht schummerte in der Ferne noch das Land aus unbekannter Zeit?

Nahe der Rhône

Eine sehr lange Abfahrt auf nicht so gutem Belag folgte, und dann schließlich befand sich vor uns die Rhône, na, nicht ganz. Zunächst einmal trafen wir auf den Canal de Dérivation du Rhône. Im Sonnenschein verputzten wir Weintrauben, Tomaten und Nüsse. Kurz darauf radelten wir auf die Via Rhôna, und im ersten Lokal tranken wir Kaffee. Das Lokal war so typisch wuselig französisch, dass wir uns sofort wohl fühlten.

Daraufhin fuhren wir den sehr gut ausgebauten Radweg, verließen ihn nur für wenige Kilometer, passierten einige touristische Wassersportzentren und entwickelten eine angenehme Reisegeschwindigkeit, es machte richtig Laune. In Belley fanden wir das Hotel Sweet Home nahezu auf Anhieb.

Wir durchstreiften das Städtchen zu Fuß, es war Montag, viele Läden waren geschlossen. Unseren Speiselieferanten fanden wir in Form einer Taco-Bar. Nach einer Viertelstunden konnten wir unsere Kebab- und Taco-Mahlzeit samt Salat in zwei großen Tüten zu einer Sitzbank in der Nähe tragen. Menü auf der Bank - etwas Neues. Gut, dass es nicht regnete. Alles schafften wir nicht, so dass wir eine Doggy-Bag packten und in einer Bar noch zwei kühle Pression tranken.

Übernachtung

  • Hotel Sweet Home
    ansprechend

Zurück