3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Montpellier - Béziers

Etappe 17: 84 km

Wir frühstückten auf der Terrasse - sogar die Frühstückseier gelangen diesmal. Wir holten die Räder aus der Garage, und auch die Ausfahrt aus Montpellier verlief vorzüglich.

Dann aber landeten wir auf einem distelbewehrten Pfad, der einem Bachlauf glich, mussten mitten durch ein dichtes Gestrüpp, und man frage sich, warum das denn sein musste, nur um 500 m Straße zu vermeiden. Die Priorität  „Radwege nutzen” bei der Planung hat mitunter unerwünschte Folgen in der Anwendung. Das spricht dafür, den tatsächlichen Trackverlauf genauer zu kontrollieren.

Wir näherten uns dem Mittelmeer, die Wege waren gut, das Meer war schon zu riechen. Wir pausierten in einem kleinen Lokal in Mireval, wo wir uns angeregt mit einem radelnden Paar aus der Normandie und Paris über Radfahren und mehr unterhielten. Anschließend schoben wir die Räder über einen Wochenmarkt, und durchradelten eine Landzunge nach der anderen bis Sète, wo ein Riesengewusel herrschte. Auto an Auto schob sich durch die engen Straßen, ein Stau nach dem anderen, auch mit dem Rad gab es nur ein zähes Durchkommen.

Eine lange Strecke radelten wir nun an der Küste entlang. Es war heiß, es war trocken, es war sandig. Auf der einzigen Parkbank im Schatten aßen wir Taboulé und Obst. Dann ging es weiter nach Agde und Béziers, leider vornehmlich auf der Landstraße, auf der viel Betrieb war. In Béziers absolvierten wir eine Art Schnitzeljagd, um das Hotel, ein schönes altes Haus direkt gegenüber einem Park, zu finden. Holy Moly!

Es war schon kurz vor 18 Uhr, als wir uns auf den kurzen Weg ins Zentrum machten. Auf der Place Jean Jaurès waren zahlreiche große Tierfiguren aus Kunststoff und in knallbunten Farben aus Wüste und Dschungel aufgestellt. Durch schöne Gassen mit hohen Bürgerhäusern schlenderten wir und erreichten das imposante Rathaus an der hübschen Place Gabriel Péri. Dort ließen wir uns kühles Bier schmecken und aßen im Vieux Siėge jeweils eine große Tapas-Auwahl zu Abend, die uns beide leicht überforderte.

Wir ließen das Geld auf dem Tisch liegen, da der Service sich partout nicht zum Kassieren einfand. Auf dem Weg zurück waren die Tierfiguren grell erleuchtet - Las Vegas in Béziers.

Hätte Bonn nur etwas von dieser Kultur öffentlicher Plätze!

Übernachtung

  • Hotel des Poètes
    ok

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