3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Olten - Biel

Etappe 5: 65 km

St. Martin in Olten

Das Getrampel aus dem Stockwerk über uns war nicht zu verachten. Wenn wir jemals wieder in Olten landen, müssen wir darauf achten, ganz oben zu übernachten.

Das Frühstück war zufriedenstellend, und wir machten uns kurz nach 9 Uhr auf den Weg, der im Aare-Tal durch Wiesen, Felder und kleine Ortschaften führte. Nichts, was im Reisegedächtnis haften blieb. Wege und Beschilderung waren gut, und kurz vor Solothurn aßen wir in einem indisch geführten Lebensmittelmarkt Eis und tranken Kaffee. Der Nieselregen hatte sich inzwischen zu einem Landregen entwickelt, kühl war es noch dazu.

Über Solothurn hinaus ging es die Hauptstraße entlang, die einen genügend breiten Radstreifen bot. Einige Kilometer hinter Solothurn konnten wir endlich wieder ruhigere Wege fahren, aber es blieb grau, und der Regen ließ nicht nach.

Kurz nachdem wir die Bieler Stadtgrenze passiert hatten, erreichten wir den Abzweig, den wir uns für die Strecke zum Forellenhof gesucht hatten. Rund 4,5 km ging es auf schmaler Straße einen Hügel hinauf - der Doubs war gar nicht so weit entfernt. Schließlich galt es aufzupassen, um icht auf Schnellstraßen zu geraten, und wir erreichten inmitten der Straßen eine Behausung, die auf den ersten Blick wie eine Bruchbude wirkte. Es handelte sich tatsächlich um die Auberge de la Truite, die man an dieser unwirtlichen Stelle wahrhaftig nicht erwartet hätte. Ein Opfer von baulichen Maßnahmen? Eine freundliche und zugleich arg überdrehte Dame in Falsett-Tonlage empfing uns und zeigte uns das Zimmer, das so bunt wie ein asiatischer Markt wirkte. Deshalb kostete es vermutlich 96 EUR? Na, umkehren konnten wir nun nicht mehr.

Nach der Einquartierung entschieden wir uns nicht für den empfohlenen Pizza-Service, sondern für ein im nahen Wald gelegenes Lokal namens Auberge des Gorges, das sich als kleines Juwel ausgangs der Taubenlochschlucht entpuppte. Die etwas dragonerhaft wirkende Bedienung servierte uns Bieler Bier, gemischten Salat und Tomme bzw. Pilz-Pastetli. Alles schmeckte prima, aber die Preise waren schon sehr sportlich.

Im Regen gingen wir an einem fast bis zum Anschlag gefüllten Kanal entlang zum Hotel zurück.

Übernachtung

  • Forellenhof
    annehmbar

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