3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Béziers - Carcassone

Etappe 18: 86 km

Carcassone - La Fontaine de Neptune

Einfaches Frühstück bei den Poeten. Vom der Place Jean Jaurès aus ging es durch weniger freundliche Gassen steil abwärts zum Orb. Die Pont Vieux, die jahrhundertealte Steinbrücke, war leider gesperrt, also nahmen wir die nächstgelegene Brücke. Nach einigen Fehlversuchen gelangten wir wieder zum Track, der uns an den Canal du Midi führte, dem wir eine Zeitlang folgten. Der Wind pustete jetzt schon heftig von vorn. Wir wussten es noch nicht, aber aus den Böen würde leider ein Dauerzustand werden.

Wir fuhren durch Weinfelder mit Abertausenden von Stöcken, gigantisch. Kein Wunder, wir befanden uns im Weinanbaugebiet Coteaux-d’Ensérune. Die riesige Ebene wurde auf beiden Seiten von Hügelketten eingefasst. An einer kleinen Schleuse in Saint-Marcel-sur-Aude machten wir fast pünktlich um 12 Uhr Mittagspause. Weiter ging es im Departement Aude, häufig den Canal du Midi entlang. An einigen Stellen fanden sich immer wieder Radler ein, um zu pausieren und Erfahrungen auszutauschen.

Nach einigen anstrengenden Anstiegen erreichten wir trotz des Widerstandes des hämisch pustenden Windgottes Trèbes, das zwischen dem Kanal und der Aude liegt. In einem Lokal am Kanal pausierten wir und genossen Kaltes und Heißes: Perrier Tranche, Eis und Kaffee. Auf den nächsten Kilometern mussten wir alle Kräfte konzentrieren, um das gar nicht mehr so ferne Carcassone zu erreichen. Die Straßenbeläge dort waren schlecht, aber in der Stadt konnte uns der Wind wenigstens nur wenig anhaben.

Wir checkten im freundlichen Central ein, warfen uns in Schale, kauften zunächst im Carrefour ein und erkundeten anschließend die Lokalitäten. Ein Sightseeing war nicht mehr erforderlich, wir kennen die Stadt inzwischen gut.

Arriver, Rechercher, Décider - nach dieser Devise entschieden wir uns für La Fabbrica an der Place Carnot, damit also für einen großen Salat und Tagliatelle Bolognaise.

Wie vor drei Jahren war es auf der Etappe nach Carcassone die größte Anstrengung gewesen, dem Wind zu trotzen, der uns das Gefühl vermittelt hatte, ständig bergauf zu fahren.

Übernachtung

  • Hotel Central
    annehmbar

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