3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Strasbourg - Colmar

Etappe 2: 72 km

Wir frühstückten um 8.30 Uhr, was sich rückblickend quasi institutionalisierte. Der Kaffee war gut, wie immer im Ibis, und weder Toast noch Eier wurden gemopst. Der Weg nach Colmar war leicht zu finden, und es war wenig los. Sonntag eben. Nahe der alten Steinbrücke Barrage Vauban füllten wir an einem Trinkwasserbrunnen unsere Flaschen auf.

Wir fuhren gut 70 km am Rhein-Rhône-Kanal entlang, nahezu geradlinig, und nur an Schleusen oder Brücken gab es einen willkommenen Schlenker. China hat seine Terrakotta-Armee, heute hätte es als Wegdekor eine Armee aus Platanen geben können, die in nahezu gleichem Abstand den Weg säumten, der fast durchgängig asphaltiert war. Das soll beileibe kein Klagelied sein, aber der EV 15, die Rheinroute, die wir fuhren, war in diesem Teil einschläfernd unidirektional. Dazu kamen noch die öden Maisfelder. Na ja, immerhin wiesen die Kirchtürme die gewohnt spitzen Hüte auf.

23 km vor Colmar gab es die erste Kaffeebud in Form eines berstend vollbesetzten Lokals namens Côté Ecluse, wo wir im leichten Nieselregen eine Zweikugelportion Eis verspeisten. Die nächste Kaffeebud war 16 km vor Colmar, und das war es auch, was die Verpflegung betraf. Das Eichhörnchen, das leicht verschreckt 50 m vor uns herlief und dann erst rechts im Wald verschwand, konnte man ja als potentielle Wegzehrung nicht zählen.

In Colmar tranken wir einen großen Kaffee an der Kathedrale und aßen ein leckeres Croissant, der Zuckerspiegel dankte es uns. Im stärker werdenden Regen fuhren wir zunächst das falsche Ibis an, weihten unsere neuen Capes ein und fanden nach einigem Hin und Her das Ibis Budget, in dem wir mit Jenny und Basti schon einmal übernachtet hatten, wie uns bei der Ankunft einfiel.

Nachdem wir uns ausgehfein gemacht hatten, irrten wir ein wenig durch die verwinkelten Gassen, um unser Ziel, das Gasthaus Schwendi im kleinen Venedig zu finden. Dort aßen wir jeweils ein halbes Dutzend Schnecken sowie Salade du chèvre chaud und Kassler. Dazu gab es eiskalten Riesling aus der Karaffe. Sehr, sehr lecker.

Satt und zufrieden fanden wir den direkten Weg zum Hotel. Das Einschlafen war nicht mehr mühselig.

Übernachtung

  • Ibis Budget Colmar Centre Gare
    ok

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