3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Royan - La Rochelle

Etappe 27: 75 km

Die Saison geht definitiv dem Ende entgegen. In vielen Feriendörfern war gar nichts los, zahlreiche Häuser schienen für den Winterschlaf bereitzustehen. Die Strände waren leer, La Rochelle indes pulsierte, zumindest in der unmittelbaren Umgebung des alten Hafens. Maskenpflicht war angesagt, daran hielt sich kaum jemand, und kontrolliert wurde nicht. Das Ibis war das erste Hotel, in dem wir unseren Pass sanitaire vorweisen mussten.

Der Reihe nach. Nach dem Frühstück in Royan radelten wir einmal rechts um die Ecke, und schon waren wir auf dem richtigen Track, dem wir heute folgen mussten. Kühl war es, so dass wir die Jacken anzogen, und der Wind ruhte auch heute nicht.

Zu Beginn mussten wir die D733 radeln, es war viel Verkehr, der Randstreifen war schmal, aber es gab kein Hupen oder überhastetes Überholen. Wir bewegten uns auf einer Höhe von 3 m über dem Meeresspiegel, und Schwemmland, Sumpf und Bassins bestimmten die Umgebung - es war Austernland. Nach einer Weile ging es weg von der vielbefahrenen Straße auf rund 20 m hoch, und hier dominierten das Gemüse- und Getreidefelder. Die wenigen Ortschaften wirkten wie verlassen.

Eine Kaffeepause gab es nicht, weil es kein Cafê gab. Kurz vor Rochefort mussten wir einen Transbordeur benutzen, um die Charente zu überqueren, eine 175 m lange Schwebefähre, die 1900 in Betrieb gegangen war. Eine spannende Angelegenheit und Treffpunkt für Touristen. Am anderen Ufer, gerade mal 20m weiter, rasteten wir bei Knackis, Studentenfutter und sandigen Keksen.

Nach Rochefort waren wir wieder an der Küste. Durch spätsommerliche Landschaften erreichten wir La Rochelle, und da brummte ja der Bär. Alle und jeder schien sich hier versammelt zu haben. Maskenpflicht, aber wen scherte es? Durch die Altstadt hindurch fanden wir nach einigem Suchen das Ibis. Die Räder wurden im Innenhof abgestellt, wir legten die Radlerklamotten ab, schlüpften in unser fußgängerisches Alltagsoutfit, kauften ein und streunten durch das Centre historique. In der Brasserie Lutece aßen wir Salat und Penne Carbonara bzw. Chèvre chaud und überlegten bei Pastis und Rosé, wo es uns im Herbst am besten gefallen würde.

Der Spruch zum Tag:
Von stürmischen Ozeanwinden geplagt,
streben zwei Radler entschlossen gen Norden.

Übernachtung

  • Ibis Centre Historique
    gut

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