3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Agen - Meilhan

Etappe 23: 69 km

Am Kanal in Agen

Frühstück mit viel Plastik und der Greifzange. Marmeladentöpfchen und Besteck waren mit Folie überzogen, und das Besteck war aus Plastik, was das Schneiden des Brotes beschwerlich machte.

Auf der Suche nach dem Startpunkt lernten wir noch einige Straßen der hübschen Altstadt Agens kennen, radelten dann einen Anstieg hoch und, surprise, surprise, befanden uns wieder am Kanal, genauer an einer 580 m langen Brückenstraße, Baubeginn am 25.8.1839 (genau 182 Jahre später radelten wir über die Brücke), und einem etwas tiefer gelegenen Café de Vélo. Na, das Café hätten wir mal gestern gebraucht!

Der Tag am Kanal erwies sich für unsere Gesäße als der anstrengendste. Alle Naselang lasen wir auf Schildern „Interdit aux Cavaliers“, dabei kamen wir uns wegen der Unebenheiten des Belages selbst wie Reiter vor, so wie wir hoppeln mussten. Anders als an den vergangenen zwei Tagen gab es sogar einige Kaffeebuden an der Strecke und zahlreiche kleine Häfen für viele kleinen Boote, von denen wir indes nur wenige auf dem Kanal fahren sahen. Die Landschaft glich einer Kuchenplatte, der Weg dagegen mitunter einer Schneise durch Urwälder, so hoch ragten die Bäume gen Himmel. Zahlreiche Baumschulen waren zu sehen.

Heute trafen wir ins Schwarze, also das Zeitgefühlt war kaum noch zu steigern. Punkt 12 Uhr hatten wir uns an einem kleinen Hafen mit Rastplätzen niedergelassen und vertilgten Sandwiches, Obst, Pistazien und Kekse. Unser Ziel, die Auberge Meilhannaise erreichten wir gegen halb vier. Leider ging es zuletzt einen sehr steilen Anstieg hinauf. Ein Radler, den wir oben trafen, meinte: „1.000 bucks for an elevator.”

Leitungswasser mit einem Minzezweig darin erfrischte uns, gereicht vom freundlichen Hausherren, eine Dusche noch mehr. Anschließend kauften wir im Supermarkt des Dorfes ein und setzten uns mit zwei Kronenbourg-Dosen in den Schatten vor dem gut besuchten Supermarkt, stets gegrüßt von den ein- und austretenden Kunden. Ein Spaziergang zur großen Kirche und die Rückkehr zur Auberge folgten. Stühle wurden vor der Unterkunft aufgestellt, erste Wagen rollten an, Stände wurden errichtet. Auf dem großen Platz hinter der Unterkunft findet heute ein Markt statt, auf dem Leckereien aus der Region angeboten werden. Die Schnecken in Tomatensauce rochen bereits verführerisch.

Wir rasteten ein wenig und gingen Punkt sieben zum belebten Markt. Chèvre chaud, Schnecken auf provenzalische und aquitanische Art sowie Himbeertörtchen wählten wir, wozu wir Rosê tranken. Im schattigen Garten, nur wenige Meter vom Marktgeschehen entfernt, saßen wir und hörten dabei der Sängerin und dem begleitenden Pianisten zu. Der Wirt bedachte uns noch mit einer Portion Eis und Himbeeren. Welch schöner Abend war das in Meilhan-sur-Garonne.

Übernachtung

  • L'auberge Meilhannaise
    erfreulich

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