3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Colmar - Mulhouse

Etappe 3: 47 km

In Colmar

Das Frühstück war außerordentlich spartanisch, weder Eier noch Wurst noch Müsli.

Wir fuhren zeitig zur Kathedrale, wo unser Track startete, alles fügte sich prächtig. Es war nicht zu warm, es regnete nicht, der Wind wehte nicht übermäßig, aber insgesamt war die folgende Etappe zäh und landschaftlich öde. Plattes Land, Maisfelder, wenige Orte.

Nach einigen Kilometern auf einem Randstreifen der D201 wechselten wir auf einen breiten Pfad, der an der Ill entlang führte und auf einer schmalen, matschigen Wiese endete. Hier wurde das Hungergefühl übermächtig - zum Glück hatten wir unsere traditionellen Knacki-Würstchen und Baguette dabei. Ein alter Mann sprach uns in gutem Deutsch auf das Thema Corona an und verschwand so schnell, wie er gekommen war. War aber gut, dass man sich gesehen hatte.

Wir fuhren weiter Richtung Mülhausen, Martins Rad gab „Reibungsgeräusche“ von sich, die wir auf den Riemen zurückführten. Einen Auslöser für die Geräusche entdeckten wir nicht. Also einfach weiter. Übrigens: Die Riemengeräusche wurden zu einem treuen Begleiter unserer Radtour. Im nächsten Ort gab es zur Nervenstärkung einen weiteren Kohlenhydrateschub in Form von Eis.

Radgarage Mülhausen

Die Orte, durch die wir kamen, waren menschenleer, was sich erst in Mülhausen änderte. Wir mussten zum Bahnhof. Diesen fanden wir dank der Schilder und einer hilfsbereiten Briefträgerin problemlos.

Wir checkten im Ibis ein und brachten unsere Räder in einer Fahrradgarage am Bahnhof unter. Den notwendigen Zugangscode erhielten wir kostenfrei vom Hotel. Hineinzukommen machte etwas Mühe, aber schließlich gewannen wir im Kampf mit dem Schloss.

Nach den üblichen Auffrischungen spazierten wir ins Zentrum, tranken einen belebenden Kaffee in einem uns bekannten kleinen Bistro und kauften in einem Naturkostladen für morgen ein.

Anschließend ließen wir uns in der Auberge du Vieux Mulhouse am Place de la Réunion nieder, um Jennys Geburtstag zu feiern, die heute halb so alt wie ihr Vater geworden ist. Alles Gute für die nächste Hälfte!

Zum Riesling aßen wir Schnecken und Choucroute bzw. Ziegenkäsesalat, alles in gewaltigen, aber nicht gargantuesken Dimensionen. Wegen der heftigen Windböen verlagerten wir unseren Platz ins Innere und gingen anschließend im abendlichen Sonnenschein ins Hotel zurück au plumeau.

Übernachtung

  • Ibis Styles Mulhouse Centre Gare
    annehmbar

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