3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

La Roche-sur-Yon - Nantes

Etappe 29: 78 km

Gleich nach dem spärlichen Frühstück - keine Eier, Gurkenkaffee, kein Müsli, warmer Orangensaft - fuhren wir zum nahen Decathlon, um zu prüfen, woher das Dauerquietschen an Utes Hinterrad stammte. Tja, wie beim Zahnarzt. Schmerzen? Welche Schmerzen? Im vorliegenden Fall: kein Geräusch zu hören. Die freundliche Equipe kontrollierte den Reifendruck, und anschließend fuhren wir gut 12 km auf einer ehemaligen Bahntrasse, die nun zum Vendée-Vélo-Netz zählt. Links und rechts war der Weg von Bäumen gesäumt, so dass uns der Wind nichts anhaben konnte. Es war allerdings so früh noch sehr kühl.

Die nächsten 40 Quietschkilometer radelten wir mit den Idworx-Opinion-Rädern durch eine Landschaft, in der Weiden, Viehzucht und sehr gelegentlich auch mal Weinstöcke zu notieren waren. Schlicht Weiden? Nein, wenn von Weiden die Rede ist, muss man sich hier gigantisch große Weiden vorstellen, die quasi bis zum Horizont reichten. Über allen Wipfeln war Ruh und lag ein Dunggeruch - die Äcker dampften. Kaum jemand begegnete uns, die Gehöfte lagen weit verstreut.

Die Wege waren ein einziger Flickenteppich, Staccato-Radeln war angesagt. Kein einziges Café war geöffnet, wir picknickten auf einer sonnigen Wiese. Und der Himmel war unbeschreiblich blau. Etwa 25 km vor Nantes sorgten Kaffee und Cola endlich für neue Energien, und der sehr gute Belag hatte Anteil am schnellen Vorwärtskommen. In Nantes war es bei strahlendem Sonnenschein gar nicht so einfach, die Flut der so zahlreichen Straßen, Wege und Kreuzungen zu bewältigen. Radwege überall, mitunter mit fiesen bordsteinartigen Abgrenzungen, die Rutschfallen sein können, wie auch der Mitarbeiter im Urban Cycle monierte, mit dem wir über Städte und Radwege plauderten.

Am Straßenrand sahen wir urplötzlich eben dieses Fahrradgeschäft mit Werkstatt. Der Techniker prüfte mit einer Probefahrt Utes Rad und hielt dieses Quietschen für normal. Er lobte, dass das Rad optimal zusammengestellt sei - trotz der seltsamen Geräusche. Also fuhren wir weiter und suchten das Hotel - erst fanden wir das falsche, aber das richtige war nicht weit.

Zur Abwechslung mal ein Ibis Styles, großes Dreibettzimmer in Rosa-Grau mit Kühlschrank und Tresor.

Nach dem üblichen Duschen usw. ging es auf die Suche nach einem Carrefour ins Zentrum. Im Gegensatz zu unserem letzten Besuch dieser Stadt wimmelte es nur so von Menschen, vor allem jungen Leuten, da die Universität sehr nahe war. Nachdem wir im Carrefour unseren Vorrat für morgen eingekauft hatten, setzten wir uns für die Happy Hour in ein Restaurant am Platz, in Wurfweite des mächtigen Schlosses und in Sichtweite des Tour LU. Das Bier schmeckte gut und wir blieben zum Abendessen bei Fish and Chips, um anschließend noch einen Spaziergang durch die Innenstadt zu machen. Die war rappelvoll – ganz im Gegensatz zu unserem Besuch vor vielen, vielen Jahren. Aber das war ja auch ein Sonntag gewesen.

Übernachtung

  • Ibis Styles Centre Gare
    ansprechend

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