3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Mulhouse - Olten

Etappe 4: 80 km

Kurz vor acht erwachten wir. Erster Blick aus dem Fenster. Wie ist das Wetter? Vornehmlich grau. Und als wir nach dem Frühstück die Räder aus der Bahnhofsgarage holten, begann es zu tröpfeln.

Auf dem bestens ausgeschilderten Weg nach Basel radelten wir etwa 2 km, bevor wir die Windjacken anzogen. Nach weiteren 7 km wechselten wir zu den Capes. Damit fuhren wir rund 10 km auf großartigem Asphalt durch den Harthwald, und zwar wie mit dem Lineal gezogen, stur geradeaus. Wir wechselten einige Male zwischen Jacke und Cape, kamen trotz des Regens prima voran und verspeisten in Saint-Louis, dem letzten Ort vor der Grenze, in einer Bäckerei Himbeertörtchen, Pizzastück und Laugengebäck zum Kaffee. Bedrohlich schoben sich derweil dunkle Wolken immer näher heran.

Wenige Meter weiter waren wir in der Schweiz, Novartis und Roche am Wegesrand, und als wir gegen Mittag in der Altstadt zum Rhein-Ufer hinabradelten, begann der nächste große Guss, der fast bis zwei Uhr anhielt. Wir passierten ein Wasserkraftwerk bei Kaiseraugst, einige verschlafene Vororte (Architektur und Wetter sorgten für unsere Ohrwürmer Little Boxes und In der Schweiz) und pausierten regelmäßig, um Brille und Garmin trocken zu wischen.

Auf dem Hauenstein-Pass

Rund 12 km vor Olten ging es dann zum Unteren Hauenstein-Pass bergauf bis auf 690 m. Auf der Passhöhe ragten nicht nur zahlreiche gussförmige Handschuhe aus der Mauer, sondern es begann auch auf getrockneter Straße eine großartige sieben Kilometer lange Abfahrt bis nach Olten hinein. Die Räder rollten absolut stabil, und es war eine willkommene Erholung nach dem Aufstieg.

In Olten wies uns ein freundlicher Herr den Weg zum Hotel Astoria. Die Räder, die zunächst in einer öffentlichen Tiefgarage mit Aufzug untergestellt waren, rollten wir kurze Zeit später ins überaus geräumige Hotelzimmer. Gegen 18 Uhr zogen wir los, lange Hosen, Capes, um nach einem Ort fürs Abendessen zu suchen. Und wir fanden - einen Dönerladen mit schätzungsweise 150 Speiseangeboten. Die nette Dame versorgte uns mit zwei riesigen Dönertellern und Efes-Bier. Alles sehr, sehr lecker. Im Hintergrund lief u.a. ein Bericht über Olympia, wo eine deutsche Weitspringerin doch tatsächlich Gold gewonnen hatte. Na, dann kann ja nichts mehr schiefgehen.

Bei der Rückkehr zum Hotel beschäftigten wir uns mit der Frage, ob Griechenland im gegenderten Deutsch nicht zukünftig Griechen*innenland heißen müsste.

Übernachtung

  • Hotel Astoria
    passabel

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