3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Montélimar - Orange

Etappe 14: 60 km

Um den Frühstücksraum zu erreichen, brauchte es Glück und Geduld. Gut, dass das uns die Glücksfee mochte, denn es gab in dem großen Hotel lediglich einen Fahrstuhl für die vielen Etagen. Der Frühstücksraum war fast leer, und wir aßen fertig abgepackte Lebensmittel. War ok, nur die Eier fehlten.

Danach setzte sich unser Flaschenschwertransport in Bewegung Richtung Via Rhôna. Noch war es angenehm kühl, und es herrschte kaum Betrieb, so dass wir die letzten Kilometer auf dem Radweg genossen, denn in Richtung Donzère radelten wir auf Straßen. Ein Oldtimer parlierte mit uns und wies den Weg nach Orange. Die steilen Felsen verschwanden, wir fuhren nach Bollène hinein, und von dort aus wechselten wir auf eine kurvenreiche Nebenstrecke, die sowohl anstrengend als auch reizvoll war: Zikaden, Pinien, Lavendel, Wein, wenig Verkehr und schöne Ausblicke in die weite Landschaft. Staubtrocken war es auch noch.

Eingangs Orange scheiterten wir zwar an einem Getränkeautomaten, reinigten aber im Eléphant bleu unsere Räder, besonders die Riemen, die danach eine Zeitlang nicht mehr quietschten. Es war nichts los in Orange, Sonntag eben, den Triumphbogen hatten wir so gut wie exklusiv für uns. Wir tranken noch ein eiskaltes Perrier und schoben dann unsere Räder ins Zimmer im Ibis. Eingerahmt von ihnen wirkte das Bett gleich viel vertrauter. Radlers Heim, Glück allein.

In Orange

Nachdem wir uns für den heißen Nachmittag gerüstet hatten, spazierten wir auf über den Cours Aristide Briand zum Théatre Antique, das geschlossen war Wir hatten es allerdings in den vergangenen Jahrzehnten so oft besucht, dass uns die Wirkung des inneren Raumes, vor allem Atmosphäre und Klangwirkung, noch gegenwärtig ist. Vor mehr als einem Vierteljahrhundert hatten wir gegenüber mit den Kindern gespeist und beobachtet, wie die Militärpolizei einen Soldaten ohrfeigend abgeführt hatte.

Im menschenleeren Zentrum bekämpften wir die Hitze mit einem Bière de Cigales, auch dies ein Bestandteil des Heineken-Imperiums, und suchten anschließend das fast unscheinbar wirkende The Boar Bar Tabac auf, in dem wir am frühen Nachmittag gesessen hatten. Eine Goldgrube - Tabak, Lotto, Getränke und kleine Speisen. Hier brummte der Bär, selbst am Sonntag herrschte reger Betrieb. Wir aßen Charcuterie bzw. Fromage und teilten einen Salat. Dazu gab es einen eisgekühlten Rosé aus dem nahen Chateauneuf. Wunderbar!

Übernachtung

  • Ibis Budget Orange Centre
    ok

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