3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Karlsruhe - Strasbourg

Etappe 1: 81 km

Wir waren früh wach, vielleicht weil es im Zimmer so warm war? Der kleine Ventilator konnte das nicht kompensieren, auch wenn er sich angestrengt drehte.

Das Frühstück war in Ordnung. Wir holten die Räder aus der Garage, befestigten die Taschen, luden den Track im Garmin und starteten bei strahlend blauem Himmel zur ersten Etappe. Einmal wählten wir die falsche Abbiegeoption, das war es aber dann auch mit den Irrtümern. Gerade wenn viele Wege zusammenkommen und die Wegoptionen parallel verlaufen, ist es nicht immer leicht, auf dem Bildschirm den richtigen Weg zu finden.

Durch die Ebene radelten wir schnurstracks durch das hübsche Ettlingen und durch Rastatt auf dem Eurovelo 15, dem Rheinradweg. Immer mal wieder sahen wir den Schwarzwald in der Ferne, schimpften auf den Gegenwind und erklärten an einer Ampel einer Rennfahrergruppe, dass wir tatsächlich mit Muskelantrieb unterwegs seien und rund 3.200 km vor uns hätten. „Mit dem Gepäck?“, wollte einer mit Blick auf unsere beiden Radtaschen wissen? Und dabei fiel mir doch gleich der Oldie „Mit dem Gesicht“ ein.

Hinter Rastatt ging es Richtung Westen, wodurch sich der Gegenwind indes nicht beirren ließ. Durch eine sehenswerten Polderlandschaft mit informativer Beschilderung in Söllingen fuhren wir den Rhein entlang zu Kilometer 321. Dort brachte uns eine Fähre ins elsässische Drusenheim. Von dort aus ging es auf Radwegen, mal auf grausigem Untergrund, mal gut ausgebaut nach Straßburg hinein. Die Landschaft war öde: Mais, wohin man blickte. Und die Dorfkirchen waren ganz und gar nicht ansehnlich.

In Straßburg wimmelte es von Touristen, Masken waren kaum zu sehen. Alles schob sich dicht gedrängt Richtung Münster. Aus einer Demo gegen die Anti-Covid-Maßnahmen erscholl der Ruf nach Liberté. Spooky!

Das gebuchte Hotel fanden wir schnell. Zu Fuß machten wir uns dann auf ins Richtung Petite France, wo wir es uns am Fuß der Ill bei Käse-Schinken-Platte sowie Flammkuchen gemütlich machten. Ein gemächlicher Rundgang durchs Viertel führte uns dann ins Hotel zurück. Bemerkenswert: noch kein Glas Wein im Elsass getrunken.

Übernachtung

  • Ibis Strasbourg Centre Historique
    ansprechend

Zurück