3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Yverdon-les-Bains - Vevey

Etappe 7: 56 km

Auch heute kein Regen, da fiel das Aufstehen gleich leichter.

Da wir das 40-Euro-Frühstück verschmähten, hatten wir nur noch die Kurtaxe von 6,11 CHF zu zahlen, bevor wir uns nach einer Frühstücksgelegenheit in der Stadt umsahen. Die beiden Bäckereien waren geschlossen. So kauften wir in einem Laden für regionale Produkte Gebäck, Wasser, Kirschen und Aprikosen ein und bestellten in der Brasserie schräg gegenüber Kaffee, zu dem wir das Gebäck aßen.

Am Pestalozzi-Denkmal vorbei radelten wir durch die Innenstadt, kontrollierten in einem Cyclo-Shop den Reifendruck und passierten zahlreiche pferdewirtschaftliche Betriebe in Richtung Lausanne. Ein Traber entwickelt eine fulminante Geschwindigkeit, wie wir staunend feststellten, als wir Pferd und Sulky auf einem Trainingsgelände beobachteten.

Die Etappe verlief oberhalb der Hauptstraße, es ging ständig rauf und runter, und es war anstrengend. Der Wind war immer wieder eine Spur zu heftig, kühlte allerdings auch, denn es war warm. Kurz nachdem wir zwei Bussarde nur wenige Meter über uns beim Gleitflug beobachtet hatten, rasteten wir an einer Haltestelle, aßen das leckere Obst und die überaus köstlichen meringueähnlichen Waffeln, in denen Haselnüsse und Schoko steckten.

In Le Mont-sur-Lausanne glaubten wir die Kletterei im Jorat bewältigt zu haben, aber es folgte noch das 694 m hohe Grand Mont. Dann war es geschafft, das Le Plus-Grand-Mont existierte nur in unserer Phantasie.

Von nun an ging es stetig bergab, kurz vor Lausanne auf einer sehr schmalen Piste mit engen Serpentinen. Der Genfer See (oder Genfersee in Schweizer Rechtschreibung), zweitgrößter See Europas, blieb von nun an unser Begleiter. Auf dem Radstreifen der Straße blieb genügend Raum, um anzuhalten und die weintragenden Steilhänge in Saint-Saphorin ausgiebig zu bewundern. Bis Vevey fuhren wir die Uferstraße entlang. Das am Vortag gebuchte Hotel fanden wir geradezu in Rekordzeit, die Räder ihren Ruheplatz neben der Waschmaschine.

Nach Duschen und Umziehen stockten wir im Coop unsere Vorräte auf und schlenderten dann durch das hübsche Vevey, das großartige Blicke auf die Alpen bot. Die Seepromenade war bemerkenswert schön - die Gabel im See, die Chaplin-Statue, das Drumherum, alles wirkte unaufgeregt, geradezu beruhigend. Wir tranken in einem Lokal ein kaltes Bier und landeten schließlich auf der Suche nach einem Abendessen geradewegs dort, wo wir bereits das Bier getrunken hatten. Für zwei Bier, zwei Hamburger mit leckeren Fritten und zwei Espresso bezahlten wir 75 CHF. Die Frau Stirnimaa lebt in einem teuren Land.

Übernachtung

  • Hostellerie de L'Hôtel de Ville
    noch annehmbar

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