3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Avranches - Vire

Etappe 34: 38 km

Abwärts in Avranches

Normannisches Wellenreiten - unter dieser Überschrift ließe sich die Etappe zusammenfassen. Über 500 m Anstieg bei einer Distanz von 38 km war schon sportlich. Zwei sehr steile kurze Anstiege mussten wir sogar schiebend bewältigen.

Das Frühstück war bis auf den Kaffee prima, der Ton rauh, aber nicht herzlich, nun gut. Aus Avranches hinauszukommen erwies sich als schwierig. Die vorgeschlagene Route ließ sich radelnd schon mal gar nicht bewältigen. Der Schmalspurpfad zwischen den Stufen an der alten Stadtmauer hinab wagten wir nur zu Fuß.

Nach dem Abstieg folgte ein leichter Anstieg, woraufhin die Wellen allerdings immer höher schlugen. Die höchste Welle brachte uns auf 300 m empor. Wald, Weide und Mais bestimmten die Landschaft, die Nahrungsmittelversorgung war gleich Null, aber unsere Taschen waren ja gut gefüllt. Im leicht zugänglichen und mit Reißverschluss gesicherten Klarsichtbeutel befanden sich saure Cola-Flaschen von Haribo, Rosinen und Nusskerne aller Art.

Die Mittagspause verbrachten wir in Saint-Michel-de-Montjoie, und zwar ganz oben neben der Kirche auf einem einladenden Rastplatz. Ganz oben hieß natürlich, dass wir bis dahin eine anstrengende Kraxelei zu bewältigen hatten. Zur Belohnung hätten wir ein Granit-Museum besuchen können, was uns jedoch nicht so sehr interessierte. Ausschnaufen und ausruhen, essen und trinken hatten vorrangigen Charakter.

Die Straßen waren hier zum Teil in einem für Fahrräder schon prekären Zustand, insbesondere deshalb, weil auf den engen Wegen die Autofahrer bei hoher Geschwindigkeit auch schon mal beide Fahrbahnen nutzen. Dieses Verhalten hatten wir bisher auf unserer Tour nicht wahrnehmen müssen.

Angekommen in Vire fanden wir das Hotel zwar schnell. der Hotelier jedoch fand unsere Buchung nicht. Zum Glück gab es fachkundiges Personal. Die Reservierung wurde entdeckt, und wir bekamen Zimmer und Fahrradparkplatz. Anschließend war umfangreiche Körperpflege angesagt.

Der erste Gang führte zum Lebensmittelladen, um wie üblich die Vorräte aufzustocken. Einige Reste mittelalterlicher Bauwerke waren im Städtchen zu sehen, und vom ehemaligen Dach des Gefängnisturmes aus bot sich ein großartiger Ausblick auf die hügelige Landschaft.

Um 18.30 Uhr machten wir uns auf den Weg zu einem Burger-Lokal, das aber nur Essen zum Mitnehmen anbot. Viele Lokale waren geschlossen, die Pizzeria sah nicht gastlich aus, und so ließen wir uns am Stadttor in einer Brasserie nieder, tranken ein Bier und aßen große Sandwiches aus der Sandwicherie schräg gegenüber.

Anschließend gönnten wir uns noch einen Rosé mit Eiswürfeln und kehrten in unser Zimmer mit der wenig effizienten Klimaanlage zurück.

Übernachtung

  • Hotel Saint Pierre
    nicht noch einmal

Zurück