3.200 km auf dem Rad durch Westeuropa

Ostende - Zelzate

Etappe 43: 85 km

Erstmals Rührei zum Frühstück! Und das Wetter war auch gut. Zwar noch kühl, aber die Sonne ließ sich schon blicken.

Wir kurvten zunächst noch einige Zeit in Ostende herum, beeindruckt von den zahlreichen und stark frequentierten Radwegen, und wechselten dann auf eine Route am Kanal entlang, wo uns zahlreiche Rennradler begegneten. Die Wege waren prima, von Steigungen war nichts zu merken, und unversehens waren wir in Brügge, wo in Kürze die Rad-WM stattfinden würde. Wir nutzten jedenfalls die Gelegenheit, um einen Abstecher zum Groten Markt zu machen, wo wir bei strahlendem Sonnenschein Kaffee in einem der Lokale gegenüber dem Rathaus tranken.

In einer Sandwicherie kauften wir uns das Mittagessen, das wir auf einer Bank verspeisten. Anschließend radelten wir weiter Richtung Zelzate, also nach Ostflandern. Immer wieder tauchten Radwege in alle Himmelsrichtungen auf, schossen Radler um die Ecken, gab es großartig ausgebaute Streckenabschnitte. Lange Zeit fuhren wir erneut an einem Kanal entlang, dem Gent-Terneuzen-Kanal, mussten eine Brücke überqueren - aber halt, was war das? Die Brücke war gesperrt, von einer Umleitung war nichts zu sehen. Ein hilfsbereiter Rennradler verwies uns auf eine vorangegangene Brücke, die 4 km entfernt lag. Also zurück, über den Kanal, und mit Hilfe von Google Maps fanden wir zum Track zurück und fuhren lange Zeit durch eine von Viehhaltung und Maisanbau geprägte Landwirtschaft - so gut wie ohne Steigungen und durch eine ganze Reihe von kleinen Dörfern, in denen jede Menge neue Familienhäuser (quadratisch - praktisch - gut) gebaut wurden. Die Häuser und Gärten waren picobello, d.h. die Hecken exakt beschnitten, der Rasen ebenfalls und die Blumen gaben den Gärten Farbe. Vielleicht gibt es ja hier Gemeindeordnungen, die die Höhe des Graswuchses festlegen.

Das Hotel in Zelzate öffnete erst um 17 Uhr, also ab in den Ort zum Einkaufen - am Donderdag war der Carrefour, einziger Lebensmittelladen hier in der Nähe, leider geschlossen. Zur Überbrückung der Wartezeit wollten wir ein Bierchen trinken, aber erst in der dritten Kneipe fanden wir einen freien Platz draußen. Es war warm, die Sonne schien, und in den Lokalen saß ein gemischtes Publikum. Keineswegs nur die Männer. Man traf sich, schnatterte, schaute, trank etwas und verabschiedete sich bis morgen.

Zu Abend aßen wir in einem gut besuchten China-Restaurant, und zwar Hühnersuppe, Frühlingsrollen und frittierten Fisch süß-sauer. Die Portionen waren üppig. Als wir ins Hotel zurückkehrten, war auch die angeschlossene Pizzeria noch gut besucht. Selten, in diesen Corona-Zeiten.

Übernachtung

  • Hotel Italia
    sehr gut

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